Beitragszuschuss / 5.1 Neuberechnung des Beitragszuschusses durch Zahlung einer Prämie

Sofern die Angestellte Einmalzahlungen erhält, ist eine Neuberechnung des Beitragszuschusses vorzunehmen. Die Einschränkung, dass als Beitragszuschuss höchstens die Hälfte dessen zusteht, was der Angestellte für seine Versicherung tatsächlich aufwendet, bezieht sich nicht nur auf den Zuordnungsmonat bei Zahlung einer Prämie. Sie bezieht sich auf den gesamten Zeitraum, der für die Berechnung der Beiträge aus dem einmalig gezahlten Arbeitsentgelt heranzuziehen ist. Dies bedeutet, dass sich bei Gewährung von Einmalzahlungen rückwirkend sowohl der Zuschuss verändert als auch der Anteil des Versicherten zu seinen Aufwendungen der privaten Krankenversicherung. Damit muss eine Neuberechnung für den entsprechenden Zeitraum vorgenommen werden. Es gelten die Regelungen wie bei Einmalzahlungen.

 
Praxis-Beispiel

Beitragszuschuss bei Zahlung eines Weihnachtsgeldes

Eine Arbeitnehmerin ist bereits seit 1999 privat krankenversichert. Ihr monatlicher Beitrag für die PKV beträgt 700 EUR. Ihr Entgelt überschreitet die für sie geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze für das Jahr 2020 in Höhe von 56.250 EUR nur durch ein regelmäßig im Dezember gezahltes Weihnachtsgeld in Höhe von 4.000 EUR. Ihr monatliches Gehalt beträgt 4.300 EUR. Im Jahr 2020 sind für die Bemessung des Beitragszuschusses für die PKV der allgemeine Beitragssatz sowie der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz anzusetzen. Diese betragen 14,6 % und 1,1 %. Bei einem monatlichen Entgelt von 4.300 EUR errechnet sich der Beitragszuschuss seit 1.1.2020 wie folgt:

 
4.300 EUR × 15,7 = 337,55 EUR
100 × 2

Ergebnis: Die Hälfte des monatlichen PKV-Beitrags beträgt (700 EUR : 2 =) 350 EUR. Der Beitragszuschuss beträgt somit 337,55 EUR.

Im Dezember beträgt das Arbeitsentgelt (Gehalt 4.300 EUR + Weihnachtsgeld 5.000 EUR =) 9.300 EUR. Der Beitragszuschuss vom Gehalt wird wie in den Vormonaten ermittelt. Vom Weihnachtsgeld ist in Anlehnung an die beitragsrechtlichen Regelungen bei Einmalzahlungen folgender Betrag für die Zuschussberechnung zugrunde zu legen:

 
Jahresbeitragsbemessungsgrenze 56.250 EUR  
bisherige Grundlage für den Beitragszuschuss (4.300 x 12 =) 51.600 EUR  
Differenz 4.650 EUR  

Im Dezember 2020 ist der Beitragszuschuss daher von (Gehalt: 4.300 EUR + Anteil vom Weihnachtsgeld: 2.650 EUR =) 8.950 EUR zu berechnen:

 
8.950 EUR × 15,5 = 702,58 EUR
100 × 2

Praktische Umsetzung

Aus Gründen einer praktikablen Handhabung kann von der bei Krankenversicherungspflicht geltenden Regelung abgewichen werden. Der Beitragszuschuss kann während des gesamten Jahres in der Höhe gezahlt werden, der bei Anwendung der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze (2020: 4.687,50 EUR) zu zahlen wäre. Dies führt im Ergebnis – über das Kalenderjahr betrachtet – zu einem Beitragszuschuss in gleicher Höhe wie bei der für Pflichtbeiträge vorgeschriebenen Berechnungsweise.

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