Beitragszuschuss / 5 Beitragszuschuss und Einmalzahlung

In Einzelfällen kommt es vor, dass ein Beschäftigter zwar nicht mit seinem laufenden Arbeitsentgelt die monatliche Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung überschreitet, aber durch die Gewährung regelmäßiger und mit hinreichender Sicherheit zu erwartender Einmalzahlungen jedoch insgesamt die Jahresarbeitsentgeltgrenzen übersteigt und deshalb krankenversicherungsfrei ist. Grundsätzlich ist in diesen Fällen der Beitragszuschuss von dem Ausgangswert zu berechnen, der bei bestehender Krankenversicherungspflicht maßgebend wäre.[1] Dies sind in den einzelnen Monaten das laufende Arbeitsentgelt (welches unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt) und im Entgeltabrechnungszeitraum, in dem die Einmalzahlung gezahlt wird, das laufende und das einmalig gezahlte Arbeitsentgelt.

5.1 Neuberechnung des Beitragszuschusses durch Zahlung einer Prämie

Sofern der Angestellte Einmalzahlungen erhält, ist eine Neuberechnung des Beitragszuschusses vorzunehmen. Die Einschränkung, dass als Beitragszuschuss höchstens die Hälfte dessen zusteht, was der Angestellte für seine Versicherung tatsächlich aufwendet, bezieht sich nicht nur auf den Zuordnungsmonat bei Zahlung einer Prämie. Sie bezieht sich auf den gesamten Zeitraum, der für die Berechnung der Beiträge aus dem einmalig gezahlten Arbeitsentgelt heranzuziehen ist. Dies bedeutet, dass sich bei Gewährung von Einmalzahlungen rückwirkend sowohl der Zuschuss verändert als auch der Anteil des Versicherten zu seinen Aufwendungen der privaten Krankenversicherung. Damit muss eine Neuberechnung für den entsprechenden Zeitraum vorgenommen werden. Es gelten die Regelungen wie bei Einmalzahlungen.

 
Praxis-Beispiel

Beitragszuschuss bei Zahlung eines Weihnachtsgeldes

Eine Arbeitnehmerin ist bereits seit 1999 privat krankenversichert. Ihr monatlicher Beitrag für die PKV beträgt 750 EUR. Ihr Entgelt überschreitet die für sie geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze für das Jahr 2021 in Höhe von 58.050 EUR nur durch ein regelmäßig im Dezember gezahltes Weihnachtsgeld in Höhe von 5.000 EUR. Ihr monatliches Gehalt beträgt 4.450 EUR. Im Jahr 2021 sind für die Bemessung des Beitragszuschusses für die PKV der allgemeine Beitragssatz sowie der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz anzusetzen. Diese betragen 14,6 % und 1,3 %. Bei einem monatlichen Entgelt von 4.450 EUR errechnet sich der Beitragszuschuss seit 1.1.2021 wie folgt:

 
4.450 EUR × 15,9 = 353,78 EUR
100 × 2

Ergebnis: Die Hälfte des monatlichen PKV-Beitrags beträgt (750 EUR : 2 =) 375 EUR. Der Beitragszuschuss beträgt somit 353,78 EUR.

Im Dezember beträgt das Arbeitsentgelt (Gehalt 4.450 EUR + Weihnachtsgeld 5.000 EUR =) 9.450 EUR. Der Beitragszuschuss vom Gehalt wird wie in den Vormonaten ermittelt. Vom Weihnachtsgeld ist in Anlehnung an die beitragsrechtlichen Regelungen bei Einmalzahlungen folgender Betrag für die Zuschussberechnung zugrunde zu legen:

 
Jahresbeitragsbemessungsgrenze 58.050 EUR  
bisherige Grundlage für den Beitragszuschuss (4.450 x 12 =) 53.400 EUR  
Differenz 4.650 EUR  

Im Dezember 2021 ist der Beitragszuschuss daher von (Gehalt: 4.450 EUR + Anteil vom Weihnachtsgeld: 4.650 EUR =) 9.100 EUR zu berechnen:

 
9.100 EUR × 15,9 = 723,45 EUR
100 × 2

Praktische Umsetzung

Aus Gründen einer praktikablen Handhabung kann von der bei Krankenversicherungspflicht geltenden Regelung abgewichen werden. Der Beitragszuschuss kann während des gesamten Jahres in der Höhe gezahlt werden, der bei Anwendung der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze (2021: 4.837,50 EUR; 2020: 4.687,50 EUR) zu zahlen wäre. Dies führt im Ergebnis – über das Kalenderjahr betrachtet – zu einem Beitragszuschuss in gleicher Höhe wie bei der für Pflichtbeiträge vorgeschriebenen Berechnungsweise.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge