Beitragszuschuss / 2 Bemessung des Beitragszuschusses

Die Bemessung des Beitragszuschusses wird sowohl für freiwillige Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) als auch für PKV-Mitglieder nach einheitlichen Kriterien durchgeführt. Grundlage für die Zuschussberechnung ist das erzielte Arbeitsentgelt[1] bis maximal zur monatlichen Beitragsbemessungsgrenze (2020 = 4.687,50 EUR).

Als Zuschuss ist

  • für gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer der Betrag zu zahlen, den der Arbeitgeber bei Versicherungspflicht zu tragen hätte (Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes zzgl. des halben kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes)[2],
  • für gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer, die keinen Anspruch auf Krankengeld haben, für die Berechnung des Beitragszuschusses der halbe ermäßigte Beitragssatz zzgl. des halben kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes anzuwenden,
  • für privat krankenversicherte Arbeitnehmer der Betrag zu zahlen, der sich bei Anwendung der Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes zzgl. des halben durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes ergibt[3],
  • für privat krankenversicherte Arbeitnehmer, die im Falle der Versicherungspflicht keinen Anspruch auf Krankengeld hätten, für die Berechnung des Beitragszuschusses der halbe ermäßigte Beitragssatz zzgl. des halben durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes anzuwenden.[4]

2.1 Zuschuss in der gesetzlichen Krankenversicherung

Der bundeseinheitliche allgemeine Beitragssatz wurde von der Bundesregierung auf 14,6 % festgesetzt. Für die Zuschussberechnung ist somit ein Beitragssatz in Höhe von 7,3 % (14,6 % : 2) zu berücksichtigen. Hinzu kommt der halbe kassenindividuelle Zusatzbeitrag der Krankenkasse des Arbeitnehmers.

Für Arbeitnehmer, die bei Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung keinen Anspruch auf Krankengeld haben (z. B. Personen, die sich in der Freistellungsphase der Alterszeit befinden), ist für die Beitragszuschussberechnung der ermäßigte Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung zu berücksichtigen. Auch für diese Arbeitnehmer wird der kassenindividuelle Zusatzbeitrag zur Hälfte bezuschusst.

Die genannten Beitragssätze sind mit den beitragspflichtigen Einnahmen der freiwilligen Mitglieder zu multiplizieren.

2.2 Höchstzuschuss in der privaten Krankenversicherung

Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz wurde von der Bundesregierung auf 1,1 % festgesetzt. Für die Zuschussberechnung ist somit ein Beitragssatz in Höhe von 7,85 % (14,6 % + 1,1 % = 15,7 % : 2) zu berücksichtigen. Sollte der ermäßigte Beitragssatz von 14,0 % maßgeblich sein, beträgt der Beitragssatz für die Zuschussberechnung 7,55 % (14,0 % + 1,1 % = 15,1 % : 2 = 7,55 %).

Unter Berücksichtigung der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze für 2020 in Höhe von 4.687,50 EUR und des Beitragssatzes von 7,85 % (= 7,3 % + 0,55 %) ergibt sich seit 1.1.2020 für PKV-Versicherte, die in der gesetzlichen Krankenversicherung einen Anspruch auf Krankengeld hätten, ein monatlicher Höchstzuschuss von 367,97 EUR (4.687,50 EUR × 7,85 %).

Für Arbeitnehmer, die bei einer Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung keinen Anspruch auf Krankengeld hätten (z. B. Personen, die sich in der Freistellungsphase der Alterszeit befinden), ist für die Beitragszuschussberechnung der ermäßigte Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung zu berücksichtigen. Der Höchstzuschuss für diese Arbeitnehmer beträgt seit 1.1.2020 353,91 EUR (4.687,50 EUR × 7,55 % = 353,91 EUR).

 
Praxis-Beispiel

Beitragszuschuss bei Teilzeitbeschäftigten

Eine von der KV-Pflicht befreite Teilzeitbeschäftigte erhält ein monatliches Entgelt von 2.500 EUR. Vom 1.4.2020 an erhöht sich ihr monatliches Arbeitsentgelt auf 2.700 EUR. Ihr Beitrag für die private Krankenversicherung beträgt seit dem 1.1.2020 monatlich 400 EUR.

Im Jahr 2020 sind für die Bemessung des Beitragszuschusses für die PKV der allgemeine Beitragssatz sowie der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz anzusetzen. Diese betragen 14,6 % sowie 1,1 %. Bei einem monatlichen Entgelt von 2.500 EUR errechnet sich der Beitragszuschuss seit 1.1.2020 wie folgt:

 
2.500 EUR × (14,6 + 1,1) = 196,25 EUR
100 × 2

Durch die Entgelterhöhung zum 1.4.2020 auf 2.700 EUR erhöht sich der Beitragszuschuss auf:

 
2.700 EUR × (14,6 + 1,1) = 211,95 EUR
100 × 2

Ergebnis: Die Hälfte des monatlichen Beitrags für die private Krankenversicherung beträgt (400 EUR : 2 =) 200 EUR. Der Beitragszuschuss beträgt somit vom 1.1. bis zum 31.3.2020 monatlich 196,25 EUR und ab 1.4.2020 monatlich 200 EUR.

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