Beitragsnachentrichtung / 1 Grundsätze für die Nachentrichtung

Wird Arbeitsentgelt vom Arbeitgeber nachgezahlt (z. B. aufgrund rückwirkender Tarif- oder Einzelverträge), so sind diese Zahlungen laufendes Arbeitsentgelt. Im Allgemeinen ist eine Korrektur der Abrechnung des Entgeltabrechnungszeitraums erforderlich, für den die Nachzahlung geleistet wird. Es ist jedoch auch zulässig, solche Nachzahlungen bei der Beitragsberechnung wie eine Einmalzahlung zu behandeln (Vereinfachungsregelung). Dabei gilt allerdings die Besonderheit, dass die anteilige Jahresbeitragsbemessungsgrenze lediglich für den Nachzahlungszeitraum gebildet wird.

 
Praxis-Beispiel

Zeitraum der anteiligen Jahresbeitragsbemessungsgrenze

 
laufendes Arbeitsentgelt 3.700 EUR

rückwirkende Gehaltserhöhung zum 1.3.2021

(Tarifvertrag vom 20.8.2021)
55 EUR
Nachzahlung für März bis August 2021
(zusammen mit dem erhöhten Arbeitsentgelt für September 2021)
330 EUR

Ergebnis: Beitragsberechnung für September 2021

 
Anteilige Jahres-BBG
März bis August 2021
KV/PV RV/ALV
KV/PV 4.837,50 EUR × 6 29.025 EUR  
RV/ALV 7.100 EUR × 6   42.600 EUR
Beitragspflichtiges Arbeitsentgelt
März bis August 2020
   
3.700 EUR × 6 22.200 EUR 22.200 EUR
Differenz zur BBG 6.825 EUR 20.400 EUR

Der Nachzahlungsbetrag ist in allen Zweigen der Sozialversicherung in voller Höhe von 330 EUR beitragspflichtig.

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