Beiträge aus Versorgungsbez... / 5.1.2 Berechnung des betrieblichen Anteils

Die Höhe des beitragspflichtigen Versorgungsbezugs ist in rückschauender Betrachtung ausgehend von der tatsächlichen Gesamtablaufleistung zu ermitteln. Unter der Gesamtablaufleistung ist die Leistung unter Einschluss aller über die gesamte Laufzeit angesammelten Zinsgewinne und Überschussbeteiligungen zu verstehen. Auch Beteiligungen an den Bewertungsreserven und eventuell vereinbarter hierüber hinausgehender Sonderleistungen sind dazu zu zählen. Vorzugsweise ist eine prämienratierliche Aufteilung, hilfsweise eine zeitratierliche Aufteilung vorzunehmen.

Eine nachrangige Anwendung weiterer Berechnungsmodelle ist nicht ausgeschlossen. Insofern kann auf alternative Verfahren ausgewichen werden, wenn die zuvor genannten Verfahren nicht oder nur mit unvertretbarem Aufwand angewandt werden können.

Prämienratierliche Aufteilung

Eine Aufteilung unter Berücksichtigung der gezahlten Prämien ist bevorzugt durchzuführen. Es wird also festgestellt, welcher Prämienanteil auf die Versicherteneigenschaft des Arbeitgebers (oder mehrerer Arbeitgeber) entfällt. So wird der Näherungswert für den Teil der Gesamtablaufleistung bestimmt.

 
Praxis-Beispiel

Höhe des beitragspflichtigen Versorgungsbezugs bei prämienratierlicher Aufteilung

Während der Gesamtlaufzeit wurden in den Vertrag 100.000 EUR eingezahlt. Darauf entfallen 60.000 EUR auf die Zeit des Arbeitgebers als Versicherungsnehmer und 40.000 EUR auf die Zeit des Arbeitnehmers als Versicherungsnehmer. Die Gesamtablaufleistung sieht einen monatlichen Zahlbetrag in Höhe von 800 EUR vor.

Ergebnis: Der Anteil der Arbeitgeberprämien betrug während der Gesamtlaufzeit 60 %. Daher stellt der monatliche Zahlbetrag in Höhe von (60 % von 800 EUR =) 480 EUR einen Versorgungsbezug dar.

Zeitratierliche Aufteilung

Hilfsweise ist eine zeitratierliche Berechnung der Versorgungsbezüge zugelassen. Insbesondere dann, wenn die zur prämienratierlichen Berechnung erforderlichen Prämiensummen nicht feststellbar sein sollten, obwohl alle Ermittlungsmöglichkeiten ausgeschöpft und alle Quellen entsprechend berücksichtigt wurden. Zeiten einer prämienfreien Versicherung sind hierbei herauszurechnen.

 
Praxis-Beispiel

Höhe des beitragspflichtigen Versorgungsbezugs bei zeitratierlicher Aufteilung

Am Ende der Gesamtlaufzeit des Vertrags ergibt sich ein monatlicher Zahlbetrag in Höhe von 800 EUR. Eine Feststellung der Aufteilung der gezahlten Prämien ist nicht möglich. Die Gesamtlaufzeit des Vertrags betrug 26 Jahre. Davon war der Arbeitnehmer 10 Jahre und der Arbeitgeber 15 Jahre Versicherungsnehmer. Für die Dauer eines Jahres wurde der Vertrag prämienfrei geführt.

Ergebnis: Ohne Berücksichtigung der prämienfreien Zeit entfielen (15 von 25 Jahren =) 60 % der Versicherungszeit auf den Arbeitgeber und (10 von 25 Jahren =) 40 % der Versicherungszeit auf den Arbeitnehmer.

Daher stellt der monatliche Zahlbetrag in Höhe von (60 % von 800 EUR =) 480 EUR einen Versorgungsbezug dar.

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