Ausgleichszahlungen, die zur Vermeidung des Versorgungsausgleichs[1] nach einer Ehescheidung bzw. nach der Auflösung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft an den Versorgungsberechtigten geleistet werden, sind als Sonderausgaben abzugsfähig.[2]

Die Berücksichtigung setzt einen Antrag des Ausgleichsverpflichteten sowie die Zustimmung des Ausgleichsberechtigten voraus, bei dem eine korrespondierende Besteuerung als sonstige Einkünfte[3] erfolgt. Der Antrag gilt für ein Kalenderjahr und kann nicht zurückgenommen werden. Die Zustimmung ist bis auf Widerruf wirksam. Der Widerruf ist vor Beginn des Kalenderjahrs, für das die Zustimmung erstmals nicht gelten soll, gegenüber dem Finanzamt zu erklären. Für Antrag und Zustimmung stellt die Finanzverwaltung das Formular "Anlage U" zur Verfügung.

Die Beteiligten können den Umfang des Abzugs einerseits und der entsprechenden Besteuerung andererseits bestimmen. Die Zahlungen sind im Kalenderjahr der Leistung abzugsfähig. Daraus folgt, dass ein ggf. nicht von der Zustimmung des Ausgleichsberechtigten umfasster Teil der Ausgleichszahlung nicht in einem vom Leistungsjahr abweichenden Kalenderjahr als Sonderausgaben berücksichtigungsfähig ist.

 
Hinweis

Regelungslücke seit 2015 geschlossen

Die steuerliche Beurteilung von Ausgleichszahlungen zur Vermeidung des Versorgungsausgleichs war bis zum Kalenderjahr 2015 nicht gesetzlich geregelt. Die Neuregelung gilt erstmals für im Kalenderjahr 2015 geleistete Aufwendungen.

Sie gilt nicht nur für Ausgleichszahlungen im Bereich der betrieblichen Altersversorgung, sondern gleichermaßen auch für eine private, öffentlich-rechtliche oder beamtenrechtliche Altersversorgung. Alle Ausgleichszahlungen werden daher einheitlich als Sonderausgaben beurteilt. Die Berücksichtigung als Werbungskosten[4] bzw. die Einreihung als Vorgang auf der privaten Vermögensebene entfällt.

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