BAV-Förderbetrag / 2 Anrechnung des beitragsfreien Förderbetrags in der Sozialversicherung

Die Steuerbefreiung für durch den bAV-Förderbetrag begünstigte Arbeitgeberbeiträge kann neben der Steuerbefreiung von 8 % der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung/West (2020: 6.624 EUR) in Anspruch genommen werden. Der Arbeitgeber könnte demnach zusätzlich über 480 EUR hinaus steuerfreie Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung des Geringverdieners bis zu 8 % der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung/West zahlen.

Dabei ist die Steuerfreiheit der Arbeitgeberbeiträge für den bAV-Förderbetrag vorrangig.

Kein Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung sind hingegen nur 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung/West (2020: 3.312 EUR). Im weiteren Unterschied zu den steuerrechtlichen Regelungen gilt dieser Betrag insgesamt für die durch den bAV-Förderbetrag begünstigten Arbeitgeberbeiträge und die darüber hinaus gehenden Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung des Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber und einer evtl. zusätzlichen Entgeltumwandlung des Arbeitnehmers. Dabei zählt zunächst der Arbeitgeberbeitrag für den bAV-Förderbetrag nicht zum beitragspflichtigen Arbeitsentgelt. Anschließend sind zunächst die weiteren rein arbeitgeberfinanzierten Beiträge beitragsfrei. Der verbleibende Restbetrag steht für die Beitragsfreiheit der Entgeltumwandlung zur Verfügung.

 

Praxis-Beispiel

Zuwendungen über Freibetrag

Der Arbeitnehmer ist seit Jahren bei einem Arbeitgeber teilzeitbeschäftigt. Sein monatlich gleichbleibendes Gehalt beträgt 2.000 EUR. Daneben zahlt der Arbeitgeber seit 2015 Beiträge in Höhe von 150 EUR monatlich für den Arbeitnehmer an einen kapitalgedeckten Pensionsfonds. Zum 1.1.2020 hat er die monatliche Leistung auf 210 EUR erhöht.

Zusätzlich verzichtet der Arbeitnehmer ab 1.1.2020 auf 100 EUR seines Gehalts im Rahmen einer Entgeltumwandlung als Beitrag für diesen Pensionsfonds. Der gesamte Beitrag für die Altersvorsorge beträgt von diesem Zeitpunkt an entsprechend 310 EUR monatlich (Jahresbeitrag: 3.720 EUR).

Ergebnis: Die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme des Förderbetrags durch den Arbeitgeber sind erfüllt.

Der Jahresbeitrag in Höhe von 3.720 EUR übersteigt den Betrag, der sozialversicherungsrechtlich kein Arbeitsentgelt (3.312 EUR) darstellt. Davon stellt zunächst der Arbeitgeberbeitrag für den Förderbetrag kein Arbeitsentgelt dar. In Höhe des dann verbleibenden Restbetrags (3.312 EUR – 480 EUR =) 2.832 EUR sind die weiteren Aufwendungen kein beitragspflichtiges Arbeitsentgelt, wobei dies vorrangig für den arbeitgeberfinanzierten Anteil gilt.

Der übersteigende Betrag in Höhe von (3.720 EUR – 3.312 EUR) 408 EUR jährlich ist beitragspflichtiges Arbeitsentgelt.

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