bAV: Entgeltumwandlung / 2.3 Umwandlung in pauschalierungsfähigen Arbeitslohn

In den Fällen der Pauschalierung führt eine Entgeltumwandlung zu dem Ergebnis, dass Arbeitslohn, der bis dahin der Besteuerung mit dem persönlichen Steuersatz unterlag, nur noch mit 20 % zu versteuern ist. Der Barlohn kann so weit herabgesetzt werden, dass aus der Barlohnkürzung zugleich auch die pauschalen Steuerbeträge (LSt, SolZ, KiSt) finanziert werden können. Das pauschalierungsfähige Volumen beträgt max. 1.752 EUR. Die Pauschalierung der Lohnsteuer ist nur bei Pensionskassen und Direktversicherungen zulässig. Pensionsfonds sind von der Pauschalierung ausgeschlossen.

Entgeltumwandlung zugunsten kapitalgedeckter bAV

Die Entgeltumwandlung mit dem Ziel der Pauschalierung ist bei Direktversicherungen und kapitalgedeckten Pensionskassen[1] nur möglich, wenn für den jeweiligen Arbeitnehmer bereits vor dem 1.1.2018 mindestens ein Beitrag des Arbeitgebers zutreffend nach § 40b EStG in einer vor dem 1.1.2005 geltenden Fassung pauschaliert wurde. Dies setzt voraus, dass für den Arbeitnehmer bereits vor dem 1.1.2018 Zukunftssicherungsleistungen aufgrund einer Versorgungszusage vor dem 1.1.2005 geleistet wurden.

Die Pauschalierung kann gezielt durch Entgeltumwandlung in Anspruch genommen werden. Es ist nicht vorrangig die Steuerbefreiung von 8 % der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung[2] auszuschöpfen. Allerdings ist eine durch Barlohnumwandlung pauschalierte Zuwendung auf den steuerfreien Höchstbetrag anzurechnen. Die Entscheidung zugunsten der Pauschalierung der Lohnsteuer für die Beiträge zur bAV wirkt sich vorteilhaft auf die Besteuerung der künftigen Versorgungsleistungen aus. Während Versorgungsleistungen, die auf steuerfreien Beiträgen beruhen, in vollem Umfang steuerpflichtig sind, führen pauschalierte Beiträge zu Versorgungsleistungen, die nur in begrenztem Umfang der Besteuerung unterliegen.[3]

 
Praxis-Beispiel

Entgeltumwandlung und Pauschalierung nach § 40b EStG a. F.

Ein Arbeitnehmer (konfessionslos) mit einem Bruttolohn von 5.000 EUR hat in 2004 mit seinem Arbeitgeber eine Entgeltumwandlung zugunsten von Beiträgen in eine Direktversicherung vereinbart (Kapitallebensversicherung). Neben dem monatlichen Beitrag von 146 EUR finanziert der Arbeitnehmer auch die pauschale Lohnsteuer von 29,20 EUR (146 EUR × 20 %) sowie den Solidaritätszuschlag von 1,60 EUR (29,20 EUR × 5,5 %).

Ergebnis: Beiträge für eine Direktversicherung, die im Versicherungsfall keine Rentenleistungen vorsieht, sind nicht steuerfrei. Die Pauschalierung der Lohnsteuer nach § 40b EStG a. F. ist jedoch möglich.

Als Folge der Barlohnumwandlung reduziert sich der mit dem persönlichen Steuersatz steuerpflichtige Bruttoarbeitslohn um 146 EUR monatlich. Dagegen mindern die abgewälzten Pauschalsteuern von 29,20 EUR und 1,60 EUR nicht die Bemessungsgrundlage für den Lohnsteuerabzug.[4] Der Besteuerung nach den ELStAM unterliegt deshalb ein Monatsarbeitslohn von 4.854 EUR (5.000 EUR – 146 EUR).

Im Fall der Pauschalierung können durch Entgeltumwandlung auch nur die pauschalen Steuerbeträge finanziert werden. Dies führt jedoch nicht dazu, dass sich der individuell zu besteuernde Arbeitslohn mindert. Der Arbeitnehmer hat die übernommene pauschale Lohnsteuer aus seinen Nettobezügen zu zahlen.

 
Praxis-Beispiel

Entgeltumwandlung nur in Höhe der pauschalen Steuerbeträge nach § 40b EStG a. F.

Der Arbeitgeber zahlt für einen Arbeitnehmer (konfessionslos) mit einem Bruttoarbeitslohn von 5.000 EUR monatlich zusätzlich einen Direktversicherungsbeitrag von 146 EUR, der nach § 40b EStG a. F. pauschaliert wird.[5] Die pauschale Lohnsteuer von 29,20 EUR (146 EUR × 20 %) sowie der pauschale Solidaritätszuschlag von 1,60 EUR (29,20 EUR × 5,5 %) werden durch Kürzung des Arbeitslohns vom Arbeitnehmer getragen. Der Arbeitgeber finanziert den Versicherungsbeitrag.

Ergebnis: Dem individuellen Lohnsteuerabzug unterliegt der Bruttoarbeitslohn von 5.000 EUR. Die pauschalen Steuerbeträge sind dem Nettoarbeitslohn zu entnehmen.

Entgeltumwandlung zugunsten umlagefinanzierter Pensionskassen

Werden Zuwendungen an umlagefinanzierte Pensionskassen durch Entgeltumwandlung geleistet, bleibt der umgewandelte Arbeitslohnbestandteil zunächst im Rahmen des § 3 Nr. 56 EStG zwingend steuerfrei. Ein übersteigender Betrag ist steuerpflichtiger Arbeitslohn, aber durch die Möglichkeit der Pauschalierung nach § 40b EStG in der geltenden Fassung mit 20 % für Beiträge bis 1.752 EUR begünstigt.[6]

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