bAV: Direktversicherung, Pe... / 8 Altersvorsorgezulage/Sonderausgabenabzug

Beiträge des Arbeitgebers an einen Pensionsfonds, eine kapitalgedeckte Pensionskasse oder für eine Direktversicherung werden als Altersvorsorgebeiträge auch durch die Gewährung der progressionsunabhängigen Altersvorsorgezulage steuerlich begünstigt (sog. "Riester-Förderung"). Dies gilt nur dann, wenn die monatlichen Leistungen in Form einer lebenslangen Leibrente oder als Ratenzahlungen im Rahmen eines Auszahlungsplans mit einer anschließenden Teilkapitalverrentung ab spätestens dem 85. Lebensjahr ausgezahlt werden und die Leistungen während der Auszahlungsphase gleich bleiben oder steigen. Bis zu 12 Monatsleistungen dürfen in einer Auszahlung zusammengefasst werden und bis zu 30 % des zu Beginn der Auszahlungsphase zur Verfügung stehenden Kapitals können auch außerhalb monatlicher Leistungen ausgezahlt werden. Wird ein Kapitalwahlrecht vereinbart, ist dies förderunschädlich, sofern es nicht oder nur innerhalb des letzten Jahres vor dem vertraglich vorgesehenen Beginn der Altersversorgungsleistung ausgeübt wird. Bei reinen Beitragszusagen sind nur lebenslange Zahlungen als Altersversorgungsleistung zulässig.

Grund- und Kinderzulage bzw. zusätzlicher Sonderausgabenabzug

Die Altersvorsorgezulage setzt sich aus einer Grund- und einer Kinderzulage zusammen. Die Zulagen betragen:

  • Grundzulage: 175 EUR
  • Kinderzulage pro Kind: 185 EUR bzw. 300 EUR für nach dem 31.12.2007 geborene Kinder

Die Grundzulage erhöht sich für Zulageberechtigte, die zu Beginn des Beitragsjahres das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, einmalig um 200 EUR ("Berufseinsteigerbonus"). Die Kinderzulage wird für jedes Kind gewährt, für das gegenüber dem Zulageberechtigten Kindergeld festgesetzt wird. Die Gewährung der vollen Altersvorsorgezulage knüpft an die Leistung eines Mindesteigenbeitrags an. Dieser beträgt grundsätzlich 4 % des in der gesetzlichen Rentenversicherung beitragspflichtigen Arbeitsentgelts des Vorjahres und max. 2.100 EUR jährlich abzüglich der Zulage. In jedem Fall ist mindestens ein Sockelbetrag von 60 EUR jährlich zu entrichten. Die Altersvorsorgezulage wird auf Antrag gewährt, der bei der Versorgungseinrichtung bis zum Ablauf des 2. Kalenderjahres, das auf das Beitragsjahr folgt, einzureichen ist. Die Versorgungseinrichtung kann auch bevollmächtigt werden, die Zulage für den Arbeitnehmer jedes Jahr zu beantragen (Dauerzulagenantrag). Der Arbeitgeber ist in die Gewährung der Altersvorsorgezulage nicht eingebunden.

Alternativ können die Aufwendungen der betrieblichen Altersversorgung einschließlich der zustehenden Altersvorsorgezulage vom Arbeitnehmer als zusätzliche Sonderausgaben im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung abgezogen werden, wenn sich dies im Einzelfall für den Berechtigten vorteilhafter als die Zulage auswirkt. Der zusätzliche Sonderausgabenabzug ist auf 2.100 EUR begrenzt.

 

Wichtig

Förderung nur bei Kapitaldeckung

Begünstigt sind nur Beiträge zugunsten kapitalgedeckter Versorgungssysteme. Zuwendungen an umlagefinanzierte Pensionskassen sind von der Riester-Förderung ausgeschlossen.

Altersvorsorgevermögen i. S. der Riester-Förderung kann nur dann vorliegen, wenn der Arbeitnehmer der Versorgungseinrichtung mitteilt, dass er die Riester-Förderung in Anspruch nehmen will und sich damit bewusst für diese Förderung entschieden hat. Außerdem muss auch die Versorgungseinrichtung ihren Pflichten als Anbieter nachkommen. Ein Zulagenantrag muss nicht gestellt werden. Hat sich ein Zulageberechtigter in der Vergangenheit gegen eine Inanspruchnahme der steuerlichen Riester-Förderung entschieden, kann er gleichwohl die Förderung für die 2 zurückliegenden Kalenderjahre beantragen, solange die gesetzliche Antragsfrist noch nicht abgelaufen ist. Dies hat zur Folge, dass auch für diese Jahre Altersvorsorgevermögen vorliegt

Individueller Lohnsteuerabzug

Die steuerliche Förderung wird nur gewährt, wenn die Altersvorsorgebeiträge beim Arbeitnehmer nach den ELStAM dem Lohnsteuerabzug unterworfen werden. Beiträge, die aus pauschal versteuertem Arbeitslohn bei geringfügiger bzw. kurzfristiger Beschäftigung erbracht werden, gehören nicht zu den begünstigten Altersvorsorgebeiträgen. Auch nach §§ 3 Nr. 63, 100 Abs. 6 EStG steuerfreie bzw. nach § 40b EStG a. F. pauschal versteuerte Beiträge und Zuwendungen schließen die Gewährung der Altersvorsorgezulage bzw. des zusätzlichen Sonderausgabenabzugs zur Vermeidung einer Doppelbegünstigung aus.

Die Riester-Förderung kann allerdings auch gezielt durch den Arbeitnehmer beansprucht werden. Der Arbeitnehmer kann von seinem Arbeitgeber in gewissen Grenzen verlangen, dass auf die Steuerbefreiung bei Zuwendungen an eine Pensionskasse, einen Pensionsfonds bzw. für eine Direktversicherung zugunsten des individuellen Lohnsteuerabzugs verzichtet wird, um damit die Voraussetzungen für die Gewährung der Riester-Förderung zu schaffen.

 

Praxis-Tipp

Riester-Förderung auch für steuerfreien Arbeitslohn bei Arbeitnehmerentsendung

Begünstigte Altersvorsorgebeiträge liegen auch dann vor, wenn Arbeitslohn nach den Vorsch...

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