bAV: Direktversicherung, Pe... / 4.7 Verzicht auf Steuerbefreiung zugunsten der Riester-Förderung

Für Zuwendungen des Arbeitgebers an einen Pensionsfonds, eine kapitalgedeckte Pensionskasse oder eine Direktversicherung kommt grundsätzlich auch die Förderung durch Altersvorsorgezulage bzw. den zusätzlichen Sonderausgabenabzug in Betracht (Riester-Förderung). Ein rentenversicherungspflichtiger Arbeitnehmer kann von seinem Arbeitgeber verlangen, dass auf die Steuerbefreiung für die Finanzierungsanteile, mit denen er sich an einem Gesamtversicherungsbeitrag des Arbeitgebers beteiligt, verzichtet wird und stattdessen der individuelle Lohnsteuerabzug vorgenommen wird, um die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Riester-Förderung zu schaffen. Ohne Bedeutung ist hierbei, ob der Arbeitnehmer sich durch Entgeltumwandlung oder durch andere Beiträge aus seinem Arbeitsentgelt zur Finanzierung von Leistungen der bAV an dem Versicherungsbeitrag des Arbeitgebers beteiligt. Die Beiträge sind dabei gleichrangig zu behandeln. Bei nicht rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern ist die individuelle Besteuerung der Beiträge nur bei einvernehmlicher Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer möglich.

Die Ausübung des Wahlrechts zugunsten des individuellen Lohnsteuerabzugs darf sich nur auf künftigen Arbeitslohn beziehen, der noch nicht fällig ist. Ob der Arbeitslohn bereits erdient wurde, ist allerdings ohne Bedeutung. Der Arbeitnehmer kann die individuelle Besteuerung bzw. den Verzicht auf Steuerfreiheit betragsmäßig oder prozentual begrenzen. Eine nachträgliche Änderung der steuerlichen Behandlung der durch Entgeltumwandlung finanzierten Beiträge ist nicht zulässig.

 

Praxis-Beispiel

Anspruch auf individuelle Lohnbesteuerung

Für Arbeitnehmer A werden Beiträge in einen Pensionsfonds im Wege der Entgeltumwandlung geleistet. A wandelt im Jahr 2020 6.000 EUR zugunsten seiner bAV um. Er verlangt vom Arbeitgeber die individuelle Lohnbesteuerung, damit er die Riester-Förderung beanspruchen kann.

Ergebnis: Der Anspruch des Arbeitnehmers auf den individuellen Lohnsteuerabzug ist auf 3.312 EUR jährlich (4 % der Beitragsbemessungsgrenze) begrenzt. Daraus folgt, dass die übersteigenden Beiträge von 2.688 EUR steuerfrei bleiben, ohne dass die Möglichkeit einer individuellen Lohnbesteuerung besteht.

 

Achtung

Kein Verzicht bei klassischen Arbeitgeberbeiträgen

Bei ausschließlich durch den Arbeitgeber finanzierten Altersvorsorgebeiträgen, also bei zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachten Beiträgen, kann auf die Steuerfreiheit nicht verzichtet werden. Die Gewährung von Altersvorsorgezulage bzw. des zusätzlichen Sonderausgabenabzugs ist nur für Beiträge möglich, die den steuerfreien Höchstbetrag überschreiten.

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