bAV: Direktversicherung, Pe... / 3.2 Bescheinigungspflichten

Die Versorgungseinrichtungen sind verpflichtet, dem ehemaligen Arbeitnehmer nach amtlich vorgeschriebenem Muster Mitteilungen über den Betrag der jährlich zufließenden Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung auszustellen. Mit Einverständnis des Steuerbürgers kann die Mitteilung auch elektronisch bereitgestellt werden. Die Erteilung einer Bescheinigung ist erforderlich

  • beim erstmaligen Bezug der Leistung,
  • bei einer Änderung der im Kalenderjahr auszuzahlenden Leistungen sowie
  • in den Fällen der steuerschädlichen Verwendung, wenn für die betriebliche Altersversorgung die "Riester-Förderung" (Altersvorsorgezulage/zusätzlicher Sonderausgabenabzug) gewährt wurde.[1]

Die Bescheinigung benötigt der ehemalige Arbeitnehmer für die Anlage R-AV/bAV in seiner Einkommensteuererklärung benötigt. In der Bescheinigung werden Einkunftsart und Umfang der steuerpflichtigen Leistungen ausgewiesen. Der ehemalige Arbeitnehmer muss die Leistungen im Hinblick auf die elektronische Übermittlung an die Finanzverwaltung nicht mehr in die Anlage R-AV/bAV übertragen, weil die Erfassung durch das Finanzamt automatisch erfolgt. Die Anlage R-AV/bAV zur Einkommensteuererklärung muss nur noch dann ausgefüllt werden, wenn von den im Rahmen des Rentenbezugsmitteilungsverfahrens übermittelten Daten abgewichen werden soll, Ergänzungen vorgenommen werden oder Werbungskosten angefallen sind, die den Pauschbetrag von 102 EUR (bei Pensionsfonds ggf. 1.000 EUR) übersteigen.

 
Praxis-Tipp

Vereinfachte Erklärung zur Veranlagung von Alterseinkünften

Für Steuerpflichtige, die ausschließlich Renten und Pensionen von den Trägern der gesetzlichen Rentenversicherung, der landwirtschaftlichen Alterskasse, von den berufsständischen Versorgungseinrichtungen, aus einer betrieblichen Altersversorgung oder eine Rürup- bzw. eine Riester-Rente beziehen, bestand erstmals für das Kalenderjahr 2018 die Möglichkeit, eine vereinfachte Steuererklärung zur Veranlagung von Alterseinkünften abzugeben. In diesen Fällen kennt das Finanzamt bereits einen Großteil der steuerlich relevanten Daten, weil diese elektronisch von dritter Seite gemeldet werden (z. B. von den Versorgungsträgern über das Rentenbezugsmitteilungsverfahren). In die vereinfachte Steuererklärung müssen Rentner und Pensionäre nur noch ergänzende Angaben aufnehmen (z. B. Spenden, außergewöhnliche Belastungen, Steuermäßigungen für haushaltsnahe Dienstleistungen, Handwerkerleistungen). Damit sind alle steuerlichen Pflichten erledigt. Bezieht der Altersrentner allerdings noch zusätzliche Einkünfte (z. B. aus Vermietung und Verpachtung) müssen die vollumfänglichen Steuererklärungsvordrucke genutzt werden.

Die vereinfachte Erklärung zur Veranlagung von Alterseinkünften wird in allen Bundesländern angenommen.

Für Renten und andere Leistungen aus einer ausländischen betrieblichen Altersversorgung ist von den ehemaligen Arbeitnehmern die Anlage R-AUS der Einkommensteuererklärung beizufügen.

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