Barlohnumwandlung / 3.2 Fahrtkostenzuschüsse

Fahrtkostenzuschüsse sind steuerpflichtig, wenn für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte z.  B. ein arbeitnehmereigener Pkw benutzt wird. Die Lohnsteuer kann nur dann mit 15 % pauschaliert werden, wenn der pauschal zu besteuernde Fahrtkostenzuschuss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlt wird. Im Fall der Barlohnumwandlung wird diese Leistung aber anstelle des geschuldeten Arbeitslohns erbracht und nicht als eine zusätzliche Leistung, denn der Bruttolohn des Arbeitnehmers bleibt letztlich unverändert.

 

Praxis-Beispiel

Steuerbegünstigte Gehaltsumwandlung

Der Arbeitgeber zahlt seinen Arbeitnehmern erstmalig ein freiwilliges Weihnachtsgeld i.  H. eines Monatsgehalts. Dabei geht er wie folgt vor: Er errechnet für den einzelnen Arbeitnehmer einen Fahrtkostenzuschuss i.  H.  d. in Betracht kommenden Entfernungspauschale, zahlt ihn an den jeweiligen Arbeitnehmer aus und versteuert ihn pauschal mit 15 %. Der Differenzbetrag zum freiwilligen Weihnachtsgeld wird mit der Bezeichnung "Weihnachtsgeld" nach den persönlichen Besteuerungsmerkmalen der Arbeitnehmer versteuert. Arbeitnehmer mit höheren Fahrtkostenzuschüssen erhalten weniger Weihnachtsgeld als Arbeitnehmer mit niedrigeren Fahrtkostenzuschüssen. Arbeitnehmern, die keine Fahrtkostenzuschüsse erhalten, wird das volle Weihnachtsgeld ausgezahlt.

Ergebnis: Die Zusätzlichkeitsvoraussetzung ist erfüllt, da der Fahrtkostenzuschuss zum Arbeitslohn hinzukommt, den der Arbeitgeber arbeitsrechtlich schuldet. Die Pauschalierung kann deshalb erfolgen. Unschädlich ist, dass Arbeitnehmer, die keinen Fahrtkostenzuschuss bekommen, das freiwillige Weihnachtsgeld in voller Höhe erhalten.

 

Hinweis

Steuerfreies Jobticket nur für zusätzliche Leistungen

Die unentgeltliche oder verbilligte Zurverfügungstellung von Fahrausweisen für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, Zuschüssen des Arbeitgebers zum Erwerb von Fahrausweisen und entsprechende Leistungen Dritter in Form von Zuschüssen und Sachbezügen ist von der Steuer befreit. Voraussetzung ist allerdings, dass die Leistungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden. Aufgrund dessen greift die Steuerbefreiung nicht für Arbeitgeberleistungen in Form von Zuschüssen und Sachbezügen, die durch (Barlohn-)Umwandlung des ohnehin geschuldeten Arbeitslohns finanziert werden.

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