BahnCard / 4.3 Steuerpflichtige BahnCard bei Teilamortisation

Die Überlassung der BahnCard liegt nicht im überwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers, wenn die durch die Nutzung der BahnCard ersparten Fahrtkosten, die im Rahmen der Auswärtstätigkeit ohne Nutzung der BahnCard anfallen würden, die Kosten der BahnCard voraussichtlich nicht vollständig erreichen (Prognose der Teilamortisation). Wird nur eine Teilamortisation erreicht, ist der Wert der jeweiligen BahnCard zunächst in voller Höhe als steuerpflichtiger Arbeitslohn zu erfassen.

Minderung des steuerpflichtigen geldwerten Vorteils

Die ersparten Fahrtkosten durch die Nutzung der BahnCard für Dienstreisen können dann monatlich oder in einer Summe am Ende des Gültigkeitszeitraums als Korrekturbetrag den zunächst in Höhe der BahnCard erfassten steuerpflichtigen Arbeitslohn mindern (als Verrechnung des dann feststehenden steuerfreien Reisekostenerstattungsanspruchs des Arbeitnehmers mit der steuerpflichtigen Vorauszahlung). Für die Höhe des Korrekturbetrags können aus Vereinfachungsgründen die ersparten Reisekosten für Einzelfahrscheine zugrunde gelegt werden, die im Rahmen der Auswärtstätigkeit ohne Nutzung der BahnCard während deren Gültigkeitsdauer angefallen wären. Der Korrekturbetrag ist begrenzt auf die Höhe der tatsächlichen Kosten der BahnCard. Alternativ kann eine quotale Aufteilung erfolgen, d. h. die Nutzung zu dienstlichen Zwecken im Verhältnis zur Gesamtnutzung.

 

Praxis-Beispiel

Teilamortisation der BahnCard

Der Arbeitgeber stellt dem Arbeitnehmer im Januar eine BahnCard 100 (1. Klasse) mit einem Anschaffungswert von 7.225 EUR zur Verfügung, die er auch privat nutzen darf. Der Mitarbeiter betreut ein auswärtiges Firmenprojekt. Hierfür sind zahlreiche Fahrten innerhalb Deutschlands notwendig, die er mit der Bahn vornimmt. Nach der erstellten Prognose des Arbeitgebers würden Einzelfahrscheine für die beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten des Arbeitnehmers insgesamt ca. 4.000 EUR kosten. Eine Amortisation tritt somit nicht ein.

Ergebnis: Die von der Firma überlassene BahnCard 100 führt beim Arbeitnehmer zu einem steuerpflichtigen geldwerten Vorteil von 7.225 EUR, da nach der Prognose zum Zeitpunkt der Hingabe der BahnCard die ersparten Kosten für Einzelfahrscheine die Kosten der BahnCard nicht erreichen. Bei der Lohnabrechnung für Dezember oder im Rahmen des betrieblichen Lohnsteuer-Jahresausgleichs für das jeweilige Jahr mindern die ersparten Kosten, die ohne BahnCard für die Einzelfahrscheine der dienstlichen Fahrten des Arbeitnehmers entstanden wären (z. B. 3.959 EUR), als Korrektur den bislang steuerpflichtigen Arbeitslohn im Wege der Verrechnung.

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