Auslandstätigkeit / 3 Auslandstätigkeitserlass

Arbeitet der Arbeitnehmer in einem Staat ohne DBA Staat, kann der von einem inländischen Arbeitgeber gezahlte Arbeitslohn unter den Voraussetzungen des Auslandstätigkeitserlasses (ATE)[1] steuerfrei gezahlt werden.[2] Begünstigt sind nur bestimmte im Ausland ausgeübte Tätigkeiten; das gilt auch für beschränkt einkommensteuerpflichtige Arbeitnehmer.[3]

Verzicht auf Lohnsteuerabzug möglich

Der Arbeitgeber kann nach dem Auslandstätigkeitserlass auf den Lohnsteuerabzug verzichten, wenn ihm das Betriebsstättenfinanzamt für die betroffenen Arbeitnehmer eine Freistellungsbescheinigung erteilt hat. Hierbei sind Vergütungen, die nicht für eine bestimmte Arbeitszeit gezahlt werden (z.  B. Weihnachtszuwendungen), zeitanteilig aufzuteilen, wenn der Arbeitnehmer im selben Kalenderjahr teils im Inland, teils im Ausland tätig war. Der auf die begünstigte Auslandstätigkeit entfallende Teil der Vergütungen bleibt dann steuerfrei. Diese Steuerfreiheit des Auslandslohns bleibt auch bei der Veranlagung zur Einkommensteuer erhalten, sie unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt.

Auslandstätigkeitserlass und Corona-Krise

Nach dem Auslandstätigkeitserlass setzt die Steuerfreiheit von begünstigten Tätigkeiten u. a. voraus, dass die jeweilige Tätigkeit für einen ununterbrochenen Zeitraum von mindestens 3 Monaten in einem ausländischen Staat ausgeübt wird. Dies gilt jedoch nur, wenn Deutschland mit dem betroffenen Staat kein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung abgeschlossen hat, in das Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit einbezogen sind. Wurde eine nach dem Auslandstätigkeitserlass begünstigte und für mindestens 3 Monate geplante Auslandstätigkeit aufgrund der Corona-Krise unterbrochen oder beendet, ist das Nichterreichen der Mindestdauer von 3 Monaten unschädlich. Die Steuerfreiheit des Arbeitslohns gilt in diesen Fällen für den tatsächlich weniger als 3 Monate andauernden Auslandseinsatz. Wird eine im Ausland vorgesehene Tätigkeit wegen der Corona-Krise hingegen im Inland ausgeübt oder fortgesetzt, ist der hierauf entfallende Arbeitslohn nicht nach dem Auslandstätigkeitserlass steuerfrei.[4]

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