Ausbildungsbeihilfen / 4.5 Verbund-/Auftragsausbildung

Eine weitere Fördermöglichkeit besteht in Fällen einer Verbund- oder Auftragsausbildung zugunsten kleinerer und mittlerer Unternehmen, die ihre Ausbildung infolge der Corona-Pandemie vorübergehend nicht mehr im eigenen Betrieb durchführen oder weiterführen können. In diesem Fall können sog. Interims-Ausbildungsbetriebe, die die Ausbildung vom eigentlichen Stammausbildungsbetrieb vorübergehend übernehmen, gefördert werden. Als Interims-Ausbildungsbetrieb kommen Klein- und Mittelbetriebe (bis zu 249 Mitarbeitenden), Überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister in Betracht. Die Verbund- oder Auftragsausbildung muss zwischen dem 24.6.2020 und dem 30.6.2021 vereinbart werden. Die weiteren Förderbedingungen sind in einer "Zweiten Förderrichtlinie für das Bundesprogramm Ausbildungsplätze sichern" vom 23.10.2020 festgelegt.[1] Förderfähig sind danach betriebliche Berufsausbildungen in einem nach dem Berufsbildungsgesetz, der Handwerksordnung oder dem Seearbeitsgesetz staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, Ausbildungsverhältnisse nach dem Pflegeberufegesetz oder bundes- oder landesrechtlich geregelte praxisintegrierte Ausbildungen.[2] Eine pandemiebedingte Lage im Sinne der Förderrichtlinie liegt vor, wenn der Stammausbildungsbetrieb vollständig oder zu wesentlichen Teilen von Schließungen oder erheblichen Einschränkungen betroffen ist, die eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs maßgeblich behindern oder zu dessen Einstellung führen. Dies wird angenommen, wenn der Stammausbildungsbetrieb im Jahr 2020 wenigstens 1 Monat Kurzarbeit durchgeführt hat oder der Umsatz in 2 zusammenhängenden Monaten im Zeitraum von April bis August 2020 um mindestens 50 % gegenüber den Vorjahresmonaten zurückgegangen ist oder der durchschnittliche Umsatz in diesen Monaten um mindestens 30 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen ist.

Die Förderung wird in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses gewährt und beträgt einmalig 4.000 EUR für jede übernommene Ausbildung. Eine parallele Förderung zu den o. a. Zuschüssen zur Ausbildungsvergütung oder zur o. a. Übernahmeprämie ist ausgeschlossen.

[1] S. BAnz v. 30.10.2020.

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