Aufmerksamkeiten / 1 Sachzuwendungen aus persönlichem Anlass

Sachzuwendungen, die dem Arbeitnehmer nur mit Rücksicht auf das Arbeitsverhältnis zufließen, gehören grundsätzlich zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Es ist gleichgültig, ob es sich um einmalige oder laufende Einnahmen handelt, ob ein Rechtsanspruch auf sie besteht, unter welcher Bezeichnung und in welcher Form sie gewährt werden.

Steuerfreie Aufmerksamkeiten bis 60 EUR brutto

Geschenke, die der Arbeitnehmer aus persönlichem Anlass erhält und deren Wert 60 EUR brutto pro Anlass nicht übersteigt, bleiben als Aufmerksamkeiten lohnsteuerfrei, weil es am Entlohnungscharakter fehlt. Die Sachzuwendung muss aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses des Arbeitnehmers oder seiner Familienangehörigen gegeben werden.

Nur Sachzuwendungen begünstigt

In Betracht kommen nur Sachzuwendungen, die Hingabe von Geld ist steuerpflichtig. Grundsätzlich können auch Gutscheine oder Prepaid-Karten als Aufmerksamkeit ausgegeben werden. Dabei sind aber seit 2020 die gleichen Einschränkungen wie bei der 44-EUR-Grenze zu beachten. Begünstigte Gutscheine und Geldkarten dürfen ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen berechtigen und keinen Geldersatz darstellen.[1]

Besondere persönliche Ereignisse

Einmalige oder selten vorkommende persönliche Ereignisse können z. B. sein:

Infographic

 
Achtung

Weihnachten ist kein persönliches Ereignis

Die Rechtsprechung hat die Verwaltungsauffassung insoweit bestätigt. Ist die Übergabe eines Weihnachtspakets auf Weihnachtsfeiern wegen der Schichtarbeit im Betrieb und der Vielzahl der Arbeitnehmer organisatorisch nicht möglich, handelt es sich bei den übergebenen Päckchen um eine steuerbare Aufmerksamkeit. Es liegt in diesem Fall steuerpflichtiger Arbeitslohn vor.[2]

Beispiele für steuerfreie Aufmerksamkeiten

Als Aufmerksamkeit kommen z. B. in Betracht:

  • Blumen,
  • Genussmittel (z. B. alkoholische Getränke und Tabakwaren),
  • ein Buch oder
  • eine CD/DVD.

Lohnsteuerliche Freigrenze von 60 EUR brutto

Für die Einordnung als Aufmerksamkeit gilt eine Freigrenze von höchstens 60 EUR brutto. Sachzuwendungen mit einem Wert von mehr als 60 EUR sind in voller Höhe steuer- und beitragspflichtig.

Die 60-EUR-Freigrenze ist nicht gesetzlich, sondern durch Verwaltungsanweisung geregelt.[3] Daraus lässt sich ableiten, dass der Höchstbetrag in Ausnahmefällen auch überschritten werden kann, wenn dies begründet ist und es sich gleichwohl um eine bloße Aufmerksamkeit handelt, z. B. weil das Geschenk mangels Alternative nur in einem hochpreisigen Geschäft erworben werden kann.

 
Hinweis

Sachgeschenke bei Betriebsveranstaltungen

Zuwendungen des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer bei üblichen Betriebsveranstaltungen werden als Leistungen im ganz überwiegenden eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers nicht besteuert, soweit der Freibetrag von 110 EUR je Arbeitnehmer und Veranstaltung insgesamt eingehalten wird.

Die Finanzverwaltung beanstandet es aus Vereinfachungsgründen nicht, wenn Geschenke, deren Wert je Arbeitnehmer 60 EUR nicht übersteigt, als Zuwendungen anlässlich einer Betriebsveranstaltung in die Gesamtkosten einbezogen werden (z. B. "Weihnachtspäckchen"). Bei Geschenken oberhalb des Betrags von 60 EUR ist im Einzelfall zu prüfen, ob sie "anlässlich" (konkreter Zusammenhang zwischen der Betriebsveranstaltung und dem Geschenk) oder "nur bei Gelegenheit" einer Betriebsveranstaltung zugewendet werden.

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