Arbeitszeugnis: Inhaltliche... / 2 Inhalt des einfachen Zeugnisses

Das einfache Zeugnis erstreckt sich auf

  • Nachnamen, Vornamen, Beruf und Titel des Beschäftigten,
  • Art und Dauer des Dienstverhältnisses,
  • Tätigkeitsbeschreibung.

Aufgenommen werden muss die Benennung der Person des Arbeitnehmers mit Namen und Vornamen. Anschrift und Geburtsdatum sind nur mit Einverständnis des Arbeitnehmers aufzunehmen. Die Art der Beschäftigung ist so vollständig und exakt anzugeben, dass sich ein Dritter hierüber ein Bild machen kann.[1] Allgemeine Angaben zur Tätigkeit sind dann nicht ausreichend, wenn der Arbeitnehmer mit Sonderaufgaben befasst war.[2] Wenn der Mitarbeiter an mehreren Arbeitsplätzen im Betrieb oder Unternehmen tätig war, ist dies in einem einheitlichen Zeugnis zusammenzufassen.[3]

Je länger das Arbeitsverhältnis gedauert hat, desto ausführlicher muss hier die Schilderung erfolgen. Dabei kommt es auch auf die Qualifikation des beurteilten Mitarbeiters an.

Als Grundsatz kann festgehalten werden, dass alle wesentlichen Arbeiten und Tätigkeiten konkret beschrieben werden müssen, die Angabe der Berufsbezeichnung oder der internen Funktion reicht nicht aus, denn daraus lässt sich der Umfang und der Inhalt der Tätigkeit und die Qualifikation des Beschäftigten nicht erkennen.

Wenn der Mitarbeiter an verschiedenen Arbeitsplätzen tätig war, sind diese einzelnen Tätigkeiten in chronologischer Reihenfolge aufzuführen. Nur so lässt sich für den Leser des Zeugnisses die fachliche und berufliche Entwicklung des Arbeitnehmers anschaulich und nachvollziehbar darstellen.

Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Tätigkeitsbeschreibung nur als Aufzählung vorgenommen wird; auch eine stichwortartige Aufzählung erfüllt die Anforderungen an ein qualifiziertes Zeugnis.[4]

Das Arbeitszeugnis belegt alleine den beruflichen Werdegang eines Arbeitnehmers, weshalb Tätigkeiten außerhalb der beruflichen Arbeitsaufgaben nicht aufzuführen sind. Dies gilt zum einen für Aktivitäten außerhalb des Unternehmens (Ehrenämter, Gewerkschaftszugehörigkeit und -tätigkeit), aber auch für "innerbetriebliche" Ehrenämter. Der Hinweis auf eine Betriebsratstätigkeit hat im Arbeitszeugnis nichts verloren.

War der zu beurteilende Arbeitnehmer allerdings über viele Jahre ausschließlich als freigestelltes Betriebsratsmitglied tätig, kann dies im Zeugnis erwähnt werden, da ansonsten eine ordnungsgemäße und vollständige Beurteilung nicht möglich ist.[5]

Als Dauer der Beschäftigung ist die rechtliche Dauer des Arbeitsverhältnisses anzugeben, d. h. bis zu dem Zeitpunkt, in dem die Kündigung wirksam wird oder das Beschäftigungsverhältnis aufgrund einer Befristung endet oder aufgrund eines Aufhebungsvertrags aufgelöst wird. Es kommt nicht auf die tatsächliche Beschäftigungszeit an. Kürzere Unterbrechungen wie Urlaub, Krankheit usw. sind nicht anzugeben.[6] Gleiches gilt für Fehlzeiten aufgrund eines längeren Streiks oder einer Aussperrung. Ungewöhnliche und länger andauernde tatsächliche Unterbrechungen des Arbeitsverhältnisses können allerdings vermerkt werden, wenn sie zum Zeitpunkt der Zeugniserteilung für die Beurteilung des Arbeitsverhältnisses prägend waren, wenn sie mehr als die Hälfte der Beschäftigungszeit ausmachen. In diesem Falle wird der Arbeitgeber hierauf hinweisen dürfen und wohl auch hinweisen müssen.

Die Frage, ob der Umfang der Arbeitszeit, Vollzeit, Teilzeit oder auch die geringfügige Beschäftigung angegeben werden kann oder sogar angegeben werden muss, ist bisher noch nicht höchstrichterlich entschieden worden. Für die zukünftigen Arbeitgeber ist es aber wichtig zu erfahren, ob der Bewerber oder die Bewerberin die bisherige Tätigkeit in Voll- oder nur in Teilzeit erbracht hat. Nur so ist nämlich zu erkennen, über welche Erfahrungen der Bewerber/die Bewerberin verfügt. Bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 10 Stunden pro Woche kann nicht die Erfahrung erworben werden, die bei einer Arbeitszeit von 40 Stunden gemacht wird. Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass jedenfalls die pauschale Angabe Voll- oder Teilzeit zulässig ist und keine Diskriminierung im Sinne des AGG oder des TzBfG darstellt. Die sozialversicherungsrechtliche Qualifizierung als "geringfügige Beschäftigung" ist allerdings zu vermeiden. Wie Bewerber sozialversicherungsrechtlich zu behandeln waren, ist für den neuen Arbeitgeber irrelevant.

Der Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist anzugeben.[7] Eine sogenannte Prozessbeschäftigung ist dabei nicht zu berücksichtigen, wenn der Arbeitgeber im Prozess obsiegt. Die Prozessbeschäftigung selbst zählt dann nicht als Arbeitsverhältnis.[8] Auch der Grund für die Beendigung wird nicht in das Zeugnis aufgenommen. Dies ergibt sich bereits aus § 109 GewO, der ausführt, dass das Zeugnis Angaben zur Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses machen soll. Daraus ist umgekehrt zu schließen, dass Angaben zum Beendigungsgrund nur dann enthalten sein dürfen, wenn der Arbeitnehmer dies wünscht.

 
Achtung

Grund für Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist auf Wunsch mit aufzunehmen

Verlangt der Arbeitnehmer, dass de...

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