Arbeitsschutz nach dem Coro... / 3.1.2 Weitere Maßnahmen

Weitere Maßnahmen zur Kontaktreduktion sind nach Arbeitsschutzstandard:

Transparente Abtrennungen

Transparente Abtrennungen sind als Maßnahme bei Publikumsverkehr sowie zur gegenseitigen Abtrennung von Arbeitsplätzen mit zu geringem Abstand vorgesehen. Bei der Ausführung sollte berücksichtigt werden, dass ggf. die Aussparungen im Bereich der Hände (z. B. für die Geldübergabe an Kassen) nicht zu groß ausfallen. Außerdem dürfen durch die Abtrennungen keine anderen Gefahren entstehen (fehlender Luftaustausch, Verletzungsgefahr, Kippgefahr, erschwerter Fluchtweg).

 
Praxis-Beispiel

Fahrten in Fahrzeugen

Die gleichzeitige Nutzung von Fahrzeugen durch mehrere Beschäftigte ist nach Arbeitsschutzstandard "möglichst zu vermeiden". Wenn gemeinsame Fahrten doch durchgeführt werden müssen, sollten die Sitzplätze so genutzt werden, dass der Abstand möglichst groß bleiben kann und eine MNB getragen werden. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales weist in seinen Corona-Informationen mittlerweile ausdrücklich darauf hin, dass letzteres mindestens im beruflichen Kontext auch für den Fahrer gelten soll. Zwar solle darauf geachtet werden, dass die MNB die Erkennbarkeit des Fahrers möglichst wenig einschränkt, die Vorgaben der StVO seien aber in der aktuellen Situation nicht so auszulegen, dass vom Fahrer keine MNB getragen werden dürfte (erst recht dann nicht, wenn ohnehin ein Fahrtenbuch über den Fahrer Auskunft gibt).

Generell sollen Fahrten nach Arbeitsschutzstandard möglichst reduziert werden, um Kontaktzahlen und den Verkehr im öffentlichen Raum möglichst gering zu halten.

Mobiles Arbeiten von zu Hause/im Homeoffice

Homeoffice soll, soweit es geht, ermöglicht werden. Es trägt nicht nur dazu bei, dass Raumkapazitäten entlastet werden. Zudem werden auch der Verkehr und damit Kontakte im öffentlichen Raum verringert.

 
Praxis-Beispiel

Nutzung von Mehrpersonenräumen

Nach Möglichkeit sollen Mehrfachbelegungen von Arbeitsräumen vermieden werden (z. B. durch zeitversetztes Arbeiten oder mobiles Arbeiten von zu Hause). Ein ausreichender Schutzabstand wird aber auch als hinreichende Maßnahme zur Kontaktreduktion angesehen. Wichtig ist, dass dieser Abstand während des Arbeitsablaufs tatsächlich durchgehend eingehalten wird. Bei kurzzeitigen Unterschreitungen ist eine MNB angebracht (s. o.).

 
Praxis-Beispiel

Arbeiten in festen Kleingruppen

Feste Kleingruppen (möglichst nur 2–3 Personen) mindern die Anzahl von beruflich bedingten Personenkontakten. Dieses Verfahren, das der Arbeitsschutzstandard (Nr. 2.4) für Baustellen, Montagen, Landwirtschaft und Außendienst empfiehlt, ist auch in anderen Betriebsstrukturen sinnvoll anwendbar.

Gemeinschaftlich genutzte Räume

In Ein- und Ausgangsbereichen, Sanitärräumen, Kantinen und Pausenräumen muss, wie überall, dafür gesorgt werden, dass das Abstandsgebot eingehalten werden kann, z. B. durch

  • entsprechende Aufstellung von Tischen und Stühlen,
  • Vermeidung von Schlangenbildung durch vereinfachte Abläufe, Vororganisation und Entzerrung von Arbeitsbeginn und -ende, Pausen- und Essenszeiten usw.,
  • Markierung von Schutzabständen in Steh- und Wartebereichen.

Besondere Vorgaben gibt es für Sammelunterkünfte (s. Arbeitsschutzstandard Nr. 2.5).

 
Wichtig

Lüftung

Regelmäßiges Lüften ist in den allermeisten Arbeitsräumen gut umsetzbar, fördert allgemein die Luftqualität und verringert die Zahl von Krankheitserregern. Diese Maßnahme wird wichtiger vor dem Hintergrund, dass aktuell nicht hinreichend geklärt ist, welche Rolle Aerosole, also feinste Flüssigkeitspartikel, die im Gegensatz zu Tröpfchen nicht schnell absinken, bei der Infektionsübertragung genau spielen. Empfehlungen, wie "regelmäßiges Lüften" konkret zu verstehen ist, reichen zur Zeit von "viermal am Tag" (Kommentar Arbeitsschutzstandard des VDSI) bis zu "mindestens einmal pro Stunde für etwa 10 Minuten" (BG ETEM), was schon an der Grenze der Praktikabilität sein dürfte. Aktuell kann keine klare Aussage getroffen werden, welches Lüftungsintervall, bezogen auf eine bestimmte Raumsituation und -nutzung, hinreichende Sicherheit bietet. Das allgemein erfreulich geringe Infektionsgeschehen zu Sommerbeginn lässt aber den Schluss zu, dass das üblicherweise in dieser Jahreszeit praktizierte Lüftungsverhalten einen guten Infektionsschutz bietet. Die weitere Entwicklung und genauere Erkenntnisse zum Infektionsgeschehen bleiben abzuwarten.

Das Übertragungsrisiko durch raumlufttechnische Anlagen (RLT) wird als gering eingestuft, besonders vor dem Hintergrund, dass sich Viren nicht wie Schimmelpilze außerhalb von Organismen vermehren können. Allerdings sollen RLT-Anlagen möglichst nicht mit Umluftanteil, sondern mit hoher Außenluftzufuhr eingestellt werden. Genauere Informationen gibt es u. a. über die BGHM: Coronavirus – Handlungshilfe für lüftungstechnische Maßnahmen.

Zutrittskontrollen

Der Zutritt betriebsfremder Personen soll "nach Möglichkeit auf ein Minimum" beschränkt bleiben. Die Anwesenheit von betriebsfremden Personen soll dokumentiert werden (mit Kontaktdaten und Kont...

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