Arbeitsschutz-Managementsys... / 2 Kennzeichen eines Managementsystems

Ein Managementsystem ist ein komplexes Werkzeug zum Managen (Führen, Organisieren und Weiterentwickeln) eines Unternehmens bzw. einer betrieblichen Aufgabe (Qualität, Arbeitsschutz etc.). Stellt dieses Werkzeug ein strukturiertes System (ein Ordnungssystem) dar, spricht man von einem Managementsystem. In kleineren Betrieben wird auch die Bezeichnung Führungs- und Organisationskonzept verwendet. Managementsysteme gelten allgemein als eine wesentliche Voraussetzung für das wirtschaftliche Handeln eines Unternehmens.

Viele betriebliche Managementsysteme orientieren sich an den gängigen Normen für Managementsysteme. Die bekannteste und bedeutendste ist die Qualitätsmanagement-Norm DIN ISO 9001. Um allen Normen für Managementsysteme eine einheitliche Grundstruktur zu geben und damit das gemeinsame Anwenden zu erleichtern, wurde die sog. "High Level Structure" als übergeordnete Struktur für alle Managementsystem-Standards entwickelt. Dies definiert den Begriff Managementsystem: "Satz zusammenhängender oder sich gegenseitig beeinflussender Elemente einer Organisation (eines Unternehmens), um Politiken, Ziele und Prozesse zum Erreichen dieser Ziele festzulegen."

Einem Managementsystem liegt i. d. R. der PDCA-Zyklus zugrunde. Bezogen auf ein Arbeitsschutz-Managementsystem bedeutet dies gemäß der DIN ISO 45.001:2018 (SGA = Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit):

  • Planen: SGA-Risiken und SGA-Chancen und andere Risiken und Chancen bestimmen und bewerten, erforderliche SGA-Ziele und Prozesse festlegen, um Ergebnisse in Übereinstimmung mit der SGA-Politik der Organisation zu erhalten.
  • Durchführen: Prozesse werden wie festgelegt (geplant) angewendet.
  • Prüfen: Überwachen und Messen von Tätigkeiten und Prozessen, im Hinblick auf die SGA-Politik sowie die SGA-Ziele und das Berichten der Ergebnisse.
  • Handeln: Ergreifen von Maßnahmen für die fortlaufende Verbesserung der SGA-Leistung, um die beabsichtigten Ergebnisse zu erreichen.

Demzufolge sind wesentliche Kennzeichen eines Managementsystems:

 
Wichtig

Kennzeichen eines Managementsystems

  • gibt den Entscheidungsprozessen und dem Handeln der Beschäftigten durch eine Politik (Visionen, …) und vereinbarte Ziele eine klare (strategische) Ausrichtung;
  • schafft die Voraussetzungen für die Umsetzung (regelt die Bereitstellung der erforderlichen Ressourcen, schafft Strukturen, definiert Prozesse und Tätigkeiten, regelt die Beteiligung der Beschäftigten etc.);
  • plant und lenkt die Umsetzung;
  • ermittelt regelmäßig die Eignung der Festlegungen des Managementsystems sowie die Wirksamkeit der Umsetzung;
  • berichtet über den Stand der Umsetzung, die Zielerreichung sowie Soll-Ist-Abweichungen;
  • veranlasst eine regelmäßige Bewertung des Erreichten und des Managementsystems durch das obere Management;
  • initiiert Korrekturen und kontinuierliche Verbesserungen – auch beim Managementsystem selbst.

Ein Managementsystem umfasst alle organisatorischen und führungstechnischen Festlegungen, Maßnahmen und Methoden, die

  • die Prozesse der Leistungserstellung an der Vision sowie den Zielen ausrichten und beherrschbar machen sollen,
  • ein systematisches Handeln der Organisation bewirken und so
  • das Erreichen der festgelegten Ziele sicherstellen.

Es vereinheitlicht bzw. standardisiert betriebliche Prozesse und Handlungen – schafft also Routinen. Für das Management ist es der Bezugsrahmen für die jeweiligen Aufgaben und ein Führungsinstrument. Für die Beschäftigten ist es vor allem eine Handlungsorientierung und ein Nachschlagewerk.

Orientiert sich das Managementsystem an einem anerkannten Managementsystem-Standard (z. B. einer Norm) kann das Managementsystem auch zertifiziert werden.

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