Arbeitslosenversicherung / 4.4 Leistungsdauer

Die Dauer des Anspruchs auf Arbeitslosengeld richtet sich nach

  • der Dauer der Versicherungspflicht in den letzten 5 Jahren vor Anspruchsbeginn und
  • dem Lebensalter, das bei Entstehung des Leistungsanspruchs vollendet ist.[1]
  • Die Grundanspruchsdauer von 6 Monaten wird nach einer Versicherungszeit von 12 Monaten erreicht.
  • Die Höchstdauer für unter 50-jährige Arbeitslose beträgt 12 Monate.
  • Die Höchstdauer für mindestens 58-jährige und ältere Arbeitnehmer beträgt 24 Monate.
 
Wichtig

Bis 31.12.2020: Anspruchsdauer wird um 3 Monate verlängert

Die COVID-19-Pandemie führt aktuell zu einer Krisensituation am Arbeitsmarkt und schränkt damit auch für Arbeitslose in gravierender Weise die Möglichkeiten und Chancen ein, eine neue Beschäftigung aufzunehmen. Deshalb wurde der Arbeitslosenversicherungsschutz vorübergehend ausgeweitet. Für Personen, deren Anspruch auf Arbeitslosengeld sich in der Zeit vom 1.5.2020 bis 31.12.2020 tatsächlich erschöpft, wird die Anspruchsdauer einmalig um 3 Monate verlängert.[2]

4.4.1 Staffelung

Im Einzelnen gilt folgende Staffelung:

 
Versicherungszeiten in den letzten 5 Jahren vor Anspruchsentstehung mind. … Monate Vollendetes Lebensjahr … Anspruchsdauer … Monate
12   6
16   8
20   10
24   12
30 50. 15
36 55. 18
48 58. 24

Für die o. a. Sonderregelung zur verkürzten Anwartschaftszeit für kurz befristet Beschäftigte gilt folgende Tabelle zur Anspruchsdauer:

 
Versicherungszeiten in den letzten 2 Jahren vor Anspruchsentstehung mind. … Monate Anspruchsdauer … Monate
6 3
8 4
10 5

4.4.2 Minderung der Anspruchsdauer

Die Dauer des Arbeitslosengeldanspruchs mindert sich grundsätzlich im Verhältnis 1:1 um die verbrauchten Leistungstage. Darüber hinaus werden Tage einer Sperrzeit von der Leistungsdauer abgezogen; in Fällen einer Sperrzeit wegen Arbeitsaufgabe mindert sich die Dauer des Anspruchs um 12 Wochen, mindestens jedoch um 1/4 der Anspruchsdauer.[1]

Für das Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung gelten Sonderregelungen. Hier mindert sich die Anspruchsdauer nur "hälftig", d. h. für jeweils 2 Bezugstage wird nur ein Tag von der bewilligten Anspruchsdauer abgezogen. Eine Minderung unterbleibt zudem ganz, soweit sich eine Anspruchsdauer von weniger als 30 Tagen ergeben würde.[2]

 
Praxis-Beispiel

Anspruchsdauerprivileg bei geförderter Weiterbildung

B hat einen Anspruch auf Arbeitslosengeld für eine Dauer von 12 Monaten erworben. Nach dem Bezug von Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit für eine Dauer von 4 Monaten fördert die Agentur für Arbeit eine abschlussbezogene Weiterbildungsmaßnahme mit einer Dauer von 24 Monaten. B erhält in dieser Zeit das Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung. Die zu Beginn der Bildungsmaßnahme verbliebene Restbezugsdauer von 8 Monaten mindert sich für die Zeit des Bezugs von Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung zunächst nur hälftig. Eine Minderung unter 30 Tagen ist jedoch ausgeschlossen. D. h. B verfügt am Ende der 2-jährigen Bildungsmaßnahme noch über eine Restbezugsdauer von einem Monat, für die er – im Falle eines nicht nahtlosen Übergangs in eine neue Beschäftigung – wieder einen Anspruch auf Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit geltend machen könnte.

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