Arbeitslosenversicherung / 4.4 Leistungsdauer

Die Dauer des Anspruchs auf Arbeitslosengeld richtet sich nach

  • der Dauer der Versicherungspflicht in den letzten 5 Jahren vor Anspruchsbeginn und
  • dem Lebensalter, das bei Entstehung des Leistungsanspruchs vollendet ist.[1]
  • Die Grundanspruchsdauer von 6 Monaten wird nach einer Versicherungszeit von 12 Monaten erreicht.
  • Die Höchstdauer für unter 50-jährige Arbeitslose beträgt 12 Monate.
  • Die Höchstdauer für mindestens 58-jährige und ältere Arbeitnehmer beträgt 24 Monate.

4.4.1 Staffelung

Im Einzelnen gilt folgende Staffelung:

 
Versicherungszeiten in den letzten 5 Jahren vor Anspruchsentstehung mind. … Monate Vollendetes Lebensjahr … Anspruchsdauer … Monate
12   6
16   8
20   10
24   12
30 50. 15
36 55. 18
48 58. 24

Für die o. a. Sonderregelung zur verkürzten Anwartschaftszeit für kurz befristet Beschäftigte gilt folgende Tabelle zur Anspruchsdauer:

 
Versicherungszeiten in den letzten 2 Jahren vor Anspruchsentstehung mind. … Monate Anspruchsdauer … Monate
6 3
8 4
10 5

4.4.2 Minderung der Anspruchsdauer

Die Dauer des Arbeitslosengeldanspruchs mindert sich grundsätzlich im Verhältnis 1:1 um die verbrauchten Leistungstage. Darüber hinaus werden Tage einer Sperrzeit von der Leistungsdauer abgezogen; in Fällen einer Sperrzeit wegen Arbeitsaufgabe mindert sich die Dauer des Anspruchs um 12 Wochen, mindestens jedoch um 1/4 der Anspruchsdauer.[1]

Für das Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung gelten Sonderregelungen. Hier mindert sich die Anspruchsdauer nur "hälftig", d. h. für jeweils 2 Bezugstage wird nur ein Tag von der bewilligten Anspruchsdauer abgezogen. Eine Minderung unterbleibt zudem ganz, soweit sich eine Anspruchsdauer von weniger als 30 Tagen ergeben würde.[2]

 
Praxis-Beispiel

Anspruchsdauerprivileg bei geförderter Weiterbildung

B hat einen Anspruch auf Arbeitslosengeld für eine Dauer von 12 Monaten erworben. Nach dem Bezug von Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit für eine Dauer von 4 Monaten fördert die Agentur für Arbeit eine abschlussbezogene Weiterbildungsmaßnahme mit einer Dauer von 24 Monaten. B erhält in dieser Zeit das Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung. Die zu Beginn der Bildungsmaßnahme verbliebene Restbezugsdauer von 8 Monaten mindert sich für die Zeit des Bezugs von Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung zunächst nur hälftig. Eine Minderung unter 30 Tagen ist jedoch ausgeschlossen. D. h. B verfügt am Ende der 2-jährigen Bildungsmaßnahme noch über eine Restbezugsdauer von einem Monat, für die er – im Falle eines nicht nahtlosen Übergangs in eine neue Beschäftigung – wieder einen Anspruch auf Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit geltend machen könnte.

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