Arbeitslosengeld II/Grundsi... / 3.2 Mehrbedarfe

Für besondere Lebenssituationen sieht das SGB II sog. Mehrbedarfe vor. Solche Mehrbedarfe werden in pauschalierter Höhe anerkannt bei

  • werdenden Müttern ab der 13. Schwangerschaftswoche in Höhe von 17 % des Regelbedarfs,
  • Alleinerziehenden in Höhe von 36 % des Regelbedarfs bei einem Kind unter 7 Jahren oder bei 2 oder 3 Kindern unter 16 Jahren, bei mehr Kindern in Höhe von 12 % je Kind, jedoch maximal bis zu 60 % des Regelbedarfs,
  • erwerbsfähigen behinderten Leistungsberechtigten in Höhe von 35 % des Regelbedarfs sowie
  • medizinisch notwendiger kostenaufwendiger Ernährung in angemessener Höhe.

Die vorgenannten Mehrbedarfe sind in der Summe auf die Höhe des Regelbedarfs für einen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten begrenzt.

 

Achtung

Sonderregelung für unabweisbare Mehrbedarfe

Soweit im Einzelfall ein unabweisbarer, laufender, nicht nur einmaliger Bedarf besteht, der

  • nicht anderweitig gedeckt werden kann und
  • in seiner Höhe erheblich von einem durchschnittlichen Bedarf abweicht,

können diesbezügliche Aufwendungen ebenfalls als Mehrbedarf anerkannt werden. Dies gilt ohne die o. g. Begrenzung auf die Höhe des Regelbedarfs. Dies gilt beispielsweise für

  • Pflege- oder Hygieneartikel, die nach ärztlicher Bescheinigung aus gesundheitlichen Gründen benötigt werden,
  • die Kosten einer Putz- oder Haushaltshilfe für körperlich stark beeinträchtigte Personen oder
  • die Reisekosten von geschiedenen oder getrennt lebenden Eltern zur Wahrnehmung des Umgangsrechts mit ihren Kindern.

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