Arbeitsentgelt/-lohn in der... / Lohnsteuer

1 Arbeitslohn und Arbeitsentgelt

Nicht alle Leistungen, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer für das Dienstverhältnis zuwendet, unterliegen dem Steuerabzug. Zu erfassen ist lediglich der steuerpflichtige Arbeitslohn. Der Arbeitgeber muss bei jeder Lohnabrechnung für den einzelnen Arbeitnehmer die Höhe des steuerpflichtigen Arbeitslohns feststellen und die Steuer nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen des Arbeitnehmers oder in bestimmten Fällen mit einem Pauschsteuersatz einbehalten.

 
Achtung

Unterschiede zwischen Steuer- und Sozialversicherungsrecht

Der lohnsteuerliche Arbeitslohnbegriff und der sozialversicherungsrechtliche Arbeitsentgeltbegriff[1] stimmen meist überein. § 17 SGB IV ermächtigt die Bundesregierung, durch Rechtsverordnungen eine Übereinstimmung mit dem Steuerrecht sicherzustellen. Die Frage, ob eine Zuwendung oder Zahlung an den Arbeitnehmer beitragspflichtiges Arbeitsentgelt ist, muss immer unabhängig von der steuerlichen Behandlung geprüft werden.

2 Definition des Arbeitslohns

2.1 Durch das Arbeits- bzw. Dienstverhältnis veranlasste Einnahmen

Der steuerrechtliche Arbeitslohnbegriff erfasst sämtliche Einnahmen, die dem Arbeitnehmer aus einem gegenwärtigen, früheren oder für ein zukünftiges Arbeitsverhältnis zufließen. Dabei ist es unerheblich, unter welcher Bezeichnung oder in welcher Form die Einnahmen gewährt werden. Entscheidend ist der Veranlassungszusammenhang zwischen den Einnahmen und dem individuellen Arbeits- bzw. Dienstverhältnis[1], sodass sie Ertrag des Arbeitnehmers aus seiner nichtselbstständigen Tätigkeit[2] darstellen. Zum steuerlichen Arbeitslohn gehören z. B.

Herstellerrabatte beim Autokauf sind nicht lohnsteuerpflichtig

Preisnachlässe durch Autohersteller an Außendienstmitarbeiter einer Krankenkasse beim Autokauf müssen nicht als Arbeitslohn versteuert werden, weil diese keine Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit darstellten. In der Rabattgewährung der verschiedenen Autohersteller an die Außendienstmitarbeiter liegt kein steuerpflichtiger Arbeitslohn durch einen Dritten vor, weil die Preisnachlässe unter Berücksichtigung der Gesamtumstände des Einzelfalls nicht durch das bestehende Dienstverhältnis veranlasst gewesen sind.[7]

Zahlungen an Arbeitnehmer für die Anbringung von Werbung an ihren privaten Kfz sind lohnsteuerpflichtig

Zahlungen des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer für die Anbringung von Werbung an deren privaten Fahrzeugen – auf den Nummernschildträgern – sind Arbeitslohn.[8]

Überlassung von Unterkünften und Gestellung von Mahlzeiten an ausländische Saisonarbeitskräfte

Die unentgeltliche Gestellung von Unterkünften und arbeitstäglichen Mahlzeiten an ausländische Saisonarbeitskräfte ist Arbeitslohn.[9]

Zahlung von Verwarnungsgeldern

Der Arbeitgeber als Halter eines Kfz leistet die Zahlung eines Verwarnungsgelds wegen einer ihm erteilten Verwarnung auf seine eigene Schuld. Die Zahlung führt nicht zu Arbeitslohn des die Ordnungswidrigkeit begehenden Arbeitnehmers.[10]

2.2 Einnahmen in Geld oder Geldeswert

Zum Arbeitslohn rechnet nicht nur der Barlohn.[1] Lohnsteuerpflichtig sind ebenso Vorteile in Geldeswert, sog. Sachbezüge.[2] Sachbezüge sind steuerfrei[3], wenn der Wert insgesamt 44 EUR im Kalendermonat nicht übersteigt.

Seit 2020 sind zweckgebundene Geldleistungen, nachträgliche Kostenerstattungen, Geldsurrogate und andere Vorteile, die auf einen Geldbetrag lauten, grundsätzlich keine Sachbezüge, sondern Geldleistungen.[4]

 
Wichtig

Jobticket als Sachbezug seit 2019 steuerfrei

Seit 2019 sind Arbeitgeberzuschüsse für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte steuerfrei. Eine Steuerfreiheit wird aber nur gewährt, wenn der Arbeitgeber diese Leistungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gewährt; allerdings werden die steuerfreien Leistungen für Jobtickets dann auf die Entfernungspauschale angerechnet.[5] Jobtickets fallen seit 2019 nicht mehr unter Sachbezüge i. S. v. § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG, sodass die 44-EUR-Freigrenze für Sachbezüge (z. B. Tankgutscheine) zusätzlich zum Jobticket in Anspruch genommen werden kann.

Weiterhin gibt es bei Jobtickets eine Pauschalbesteuerungsmöglichkeit von 25 % ohne Anrechnung auf die Entfernungspauschale.[6] Diese Pauschalbesteuerungsmöglichkeit gilt auch für Jobtickets, die nicht zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn (sondern mittels Gehaltsumwandlung) erbracht werden.

Auch die Teilnahme an einer Betr...

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