Arbeitsentgelt/-lohn in der... / 4 Nettolohnvereinbarung

Übernimmt der Arbeitgeber Lohnsteuerbeträge, die der Arbeitnehmer als Steuerschuldner gegenüber dem Finanzamt zu entrichten hat, liegt zusätzlicher Arbeitslohn vor, der im Zeitpunkt der Lohnsteuerabführung als sonstiger Bezug ebenfalls dem Lohnsteuerabzug unterliegt. So ist bei einer Inanspruchnahme des Arbeitgebers im Haftungsverfahren die Lohnsteuer-Haftungsschuld nur durch Anwendung des niedrigeren Bruttosteuersatzes zu ermitteln. Die Rechtsprechung lässt eine sofortige Berechnung mit dem Nettosteuersatz nur dann zu, wenn zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine Nettolohnvereinbarung getroffen und nachweisbar ist.

Steuernachzahlung des Arbeitgebers bei Nettolohnvereinbarung

Bei der aufgrund einer Nettolohnvereinbarung durch den Arbeitgeber getragenen Einkommensteuernachzahlung des Arbeitnehmers handelt es sich nicht um einen Sachbezug, für den noch zusätzlich Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag zu erheben ist. Die bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit zu erfassende Einkommensteuernachzahlung ist daher nicht auf einen Bruttobetrag hochzurechnen.

Zwangsweise Steuerübernahme aufgrund Betriebsprüfung ist kein Arbeitslohn

Trägt der Arbeitgeber, z. B. im Anschluss an eine Lohnsteuer-Außenprüfung oder Lohnsteuer-Nachschau, nachzuentrichtende Lohnsteuerbeträge nicht freiwillig, sondern weil ihm eine Rückbelastung des Arbeitnehmers nicht mehr möglich ist oder eine solche erfolglos blieb, ist die Steuerübernahme kein dem Arbeitnehmer gesondert zuzurechnender Arbeitslohn. Dieser Vorteil für den Arbeitnehmer wird bei der Ermittlung des (Pausch-)Steuersatzes berücksichtigt. Dasselbe gilt, wenn der Arbeitgeber für die nachzuentrichtenden Steuerbeträge von der Lohnsteuerpauschalierung Gebrauch macht und die Steuer als eigene Steuerschuld übernimmt.

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