Arbeitsentgelt/-lohn in der... / 3 Formen der Lohnzahlung

Das Einkommensteuergesetz[1], die Lohnsteuer-Durchführungsverordnung[2], die Lohnsteuer-Richtlinien[3] und die Lohnsteuer-Hinweise[4] enthalten nur eine beispielhafte Aufzählung zum Arbeitslohnbegriff. Im Wesentlichen handelt es sich um folgende Formen der Lohnzahlung des Arbeitgebers[5] oder eines Dritten.[6]

3.1 Leistungen aus einem gegenwärtigen oder früheren Arbeits- bzw. Dienstverhältnis

Dazu gehören Gehälter, Löhne sowie Ruhegelder, Betriebsrenten und Pensionen aufgrund einer eigenen früheren Beschäftigung. Ebenso sind Einnahmen Arbeitslohn, die einer Person aus einem fremden Dienstverhältnis als Rechtsnachfolger zufließen. In Betracht kommen insbesondere betriebliche Witwen- und Waisenpensionen sowie entsprechende Pensionen, die nach beamtenrechtlichen Grundsätzen an Hinterbliebene gezahlt werden.

 
Wichtig

Rentenbezüge aus früheren Beitragsleistungen sind kein Arbeitslohn

Rentenbezüge, die ganz oder teilweise auf früheren Beitragsleistungen des Arbeitnehmers beruhen, sind kein Arbeitslohn. Dies sind insbesondere Leistungen

  • der gesetzlichen Sozialversicherungen,
  • von Pensionskassen oder
  • privater Lebensversicherungen.

Die Einnahmen hieraus zählen zu den sonstigen Einkünften aus wiederkehrenden Bezügen.[1]

Bezüge und Vorteile, die aus einem früheren Dienstverhältnis dem Arbeitnehmer oder seinem Rechtsnachfolger zufließen, werden als Versorgungsbezüge bezeichnet. Sie nehmen eine besondere Stellung ein, weil im Lohnsteuerverfahren zur Milderung der Besteuerung ein Versorgungsfreibetrag[2] und ein Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag abgezogen werden dürfen.[3]

Das an Hinterbliebene ausgezahlte Sterbegeld für Beschäftigte im öffentlichen Dienst ist kein steuerfreier Bezug i. S. d. § 3 Nr. 11 Satz 1 EStG, sondern gehört zu den Versorgungsbezügen.[4]

3.2 Laufender Arbeitslohn

Regelmäßig wiederkehrende Leistungen des Arbeitgebers bezeichnet das Steuerrecht als laufenden Arbeitslohn. Hiervon sind unregelmäßige und einmalige Leistungen, sog. sonstige Bezüge, zu unterscheiden. Diese Abgrenzung ist für die Berechnung der einzubehaltenden Lohnsteuer wichtig, weil sie für die beiden Lohnformen nach anderen Regeln durchzuführen ist.

Zum laufenden Arbeitslohn gehören z. B.:

  • Monatsgehälter,
  • Wochen- und Tageslöhne,
  • Mehrarbeitsvergütungen,
  • Zuschläge und Zulagen und
  • geldwerte Vorteile aus der ständigen Überlassung von Dienstwagen zur privaten Nutzung.

Lohnsteuer bei laufendem Arbeitslohn

Die Lohnsteuer bemisst sich nach dem Arbeitslohn, den der Arbeitnehmer für den jeweiligen Lohnzahlungszeitraum bezieht. Dabei wird die vom laufenden Arbeitslohn einzubehaltende Lohnsteuer je nach Lohnzahlungszeitraum aus der Lohnsteuer-Tabelle für eine monatliche, wöchentliche oder tageweise Lohnzahlung ermittelt.

Auch Bezüge, deren Höhe schwankt – z. B. wegen der Leistung von Überstunden, bei Akkordlöhnen oder umsatzabhängigen Provisionen –, bleiben laufende Bezüge. Nachzahlungen und Vorauszahlungen von Arbeitslohn gehören ebenfalls zu den laufenden Bezügen, wenn sich der Gesamtbetrag jeweils ausschließlich auf Lohnzahlungszeiträume bezieht, die im Kalenderjahr der Zahlung enden. In diesem Fall ist die Nach- oder Vorauszahlung für die Berechnung der Lohnsteuer grundsätzlich den Lohnzahlungszeiträumen zuzurechnen, für die sie geleistet werden. Die Lohnsteuerberechnung der betreffenden Lohnzahlungszeiträume ist also zu korrigieren.

 
Praxis-Beispiel

Nachzahlung von laufendem Arbeitslohn

Ein Arbeitnehmer erhält wegen eines Fehlers bei der Lohnabrechnung März im Dezember eine Nachzahlung für den Monat März.

Ergebnis: Die Lohnabrechnung für den Monat März muss geändert und die Lohnsteuer für diesen Monat neu berechnet werden.

Diese Regelung kann insbesondere dann einen erheblichen Verwaltungsaufwand für den Arbeitgeber zur Folge haben, wenn in den abgelaufenen Lohnzahlungszeiträumen unterschiedliche ELStAM zu beachten waren (z. B. schwankender Arbeitslohn, unterschiedliche Steuerklassen und Freibeträge).

 
Wichtig

Vereinfachungsregelung bei Voraus- und Nachzahlungen

Zur Vereinfachung der Lohnsteuerberechnung lässt die Finanzverwaltung zu, dass Nachzahlungen und Vorauszahlungen für andere Lohnzahlungszeiträume als sonstige Bezüge behandelt werden, wenn der Arbeitnehmer dem nicht widerspricht. Eine Pauschalierung der Lohnsteuer mit dem betriebsindividuellen Pauschsteuersatz[1] ist für diese Lohnteile hingegen nicht zulässig.

3.3 Sonstige Bezüge

Lohnzahlungen, die nicht regelmäßig, sondern nur gelegentlich oder sogar nur einmalig gezahlt werden, werden im Lohnsteuerrecht als sonstige Bezüge[1] bezeichnet. Solche Zahlungen, die regelmäßig neben dem laufenden Arbeitslohn gewährt werden, kommen in der Praxis häufig in Form des 13. ...

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