Arbeitsentgelt/-lohn in der... / 2.2 Einnahmen in Geld oder Geldeswert

Zum Arbeitslohn rechnet nicht nur der Barlohn. Lohnsteuerpflichtig sind ebenso Vorteile in Geldeswert, sog. Sachbezüge. Sachbezüge sind steuerfrei, wenn der Wert insgesamt 44 EUR im Kalendermonat nicht übersteigt.

 

Wichtig

Jobticket als Sachbezug ab 2019 steuerfrei

Ab 2019 sind Arbeitgeberzuschüsse für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte steuerfrei; allerdings werden die steuerfreien Leistungen für Jobtickets dann auf die Entfernungspauschale angerechnet. Jobtickets fallen somit ab 2019 nicht mehr unter Sachbezüge i. S. v. § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG, sodass die 44-EUR-Freigrenze für Sachbezüge (z. B. Tankgutscheine) zusätzlich zum Jobticket in Anspruch genommen werden kann.

Auch die Teilnahme an einer Betriebsveranstaltung, wie z. B. der Weihnachtsfeier, führt zu steuerpflichtigem Arbeitslohn, der im Rahmen des 110-EUR-Freibetrags ggf. steuerfrei bleiben kann.

 

Hinweis

Barlohn oder Sachbezug bei Zukunftssicherungsleistungen: Einzelfallentscheidung

In der Praxis kann bei Beiträgen des Arbeitgebers für eine private Krankenzusatzversicherung zugunsten des Arbeitnehmers Barlohn oder ein Sachbezug vorliegen. Es kommt u. a. auf die arbeitsvertragliche Regelung an. Zahlt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer einen Zuschuss unter der Bedingung, dass dieser mit einem vom Arbeitgeber benannten Versicherungsunternehmen selbst einen Vertrag schließt, wendet er Geld und nicht eine Sache zu.

Erlangt der Arbeitnehmer durch die Beitragsleistungen seines Arbeitgebers an das Versicherungsunternehmen einen unmittelbaren und unentziehbaren Rechtsanspruch gegen den Versicherer, fließt ihm bereits mit der Beitragsleistung durch den Arbeitgeber Arbeitslohn als Sachbezug zu. Dann kommt die 44-EUR-Freigrenze zum Tragen.

Arbeitsrechtlicher Anspruch ist unbedeutend

Ohne Bedeutung für den Arbeitslohncharakter ist es, ob der Arbeitgeber die Zuwendungen freiwillig erbringt, aus Versehen leistet, oder ob der Arbeitnehmer darauf einen Rechtsanspruch hat. Ausreichend für die Annahme einer Lohnzahlung ist es, dass eine Zuwendung durch das individuelle Dienstverhältnis des jeweiligen Arbeitnehmers veranlasst ist.

Lohnzahlungen durch Dritte

Steuerpflichtig sind auch von einem Dritten eingeräumte Vorteile, sog. Lohnzahlungen durch Dritte, wenn sie ein Entgelt für eine Leistung sind, die der Arbeitnehmer im Rahmen seines Dienstverhältnisses für den Arbeitgeber erbringt.

Bestechungsgelder kein Arbeitslohn

Bestechungsgelder, die der Steuerpflichtige von einem Kunden seines Arbeitgebers für eine Bevorteilung bei der Auftragserteilung erhalten hat, sind kein Arbeitslohn, sondern rechnen zu den sonstigen Einkünften.

Verbilligte Überlassung von GmbH-Anteilen als Arbeitslohn

Der verbilligte Erwerb einer GmbH-Beteiligung durch einen leitenden Arbeitnehmer des Arbeitgebers kann auch dann Arbeitslohn sein, wenn nicht der Arbeitgeber selbst, sondern ein Gesellschafter des Arbeitgebers diese Beteiligung verkauft.

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