Arbeitnehmerkammern / 1.2 Beitragshöhe

In Bremen liegt der Beitrag bei 0,15 % des steuerpflichtigen Arbeitslohns. Bruchteile von Cent sind auf volle Centbeträge abzurunden. Maßgebend ist der steuerpflichtige Arbeitslohn nach den Bestimmungen der Lohnsteuerdurchführungsverordnung für Zeiträume, in denen das Arbeitsverhältnis besteht oder bestand.

Pauschalbesteuerter Arbeitslohn sowie Nettolohn ist in die Beitragsberechnung einzubeziehen. Dabei bleibt die Pauschalsteuer unberücksichtigt. Der Nettolohn ist mit dem umgerechneten Bruttoarbeitslohn anzusetzen.

Nicht zur Bemessungsgrundlage für den Kammerbeitrag gehören vom Arbeitgeber gezahlte Versorgungsbezüge aus einem früheren Dienstverhältnis.

In der aktuellen Beitragsordnung der Arbeitnehmerkammer Bremen sind weder Höchstbeiträge noch Höchstbeträge der Bemessungsgrundlage bestimmt. 

 

Praxis-Tipp

Beitragspflicht bestimmter Abfindungen strittig – Anrufungsauskunft stellen

Nach § 20 Abs. 2 des Gesetzes über die Kammerbeiträge im Land Bremen ist Bemessungsgrundlage für die Beiträge jeweils der Arbeitslohn, der einem beitragspflichtigen Kammerzugehörigen aus einem die Beitragspflicht begründenden Arbeitsverhältnis für Zeiträume gezahlt wird, in denen Beitragspflicht besteht oder bestand. Eine Abfindung wegen Entlassung aus einem Dienstverhältnis wird aber regelmäßig nicht mehr für einen Zeitraum gezahlt, in dem Beitragspflicht bestand. Die Zahlung erfolgt aus Anlass der Beendigung des beitragspflichtigen Arbeitsverhältnisses. Insoweit ist strittig, ob steuerpflichtige Abfindungen wegen Entlassungen aus einem Dienstverhältnis beitragspflichtig sind.

Der Arbeitgeber eines beitragspflichtigen Arbeitnehmers haftet für die Kammerbeiträge. Unterbliebene Abzüge können grundsätzlich nur bei der Lohnzahlung für den nächsten Lohnzahlungszeitraum nachgeholt werden. Da es im Falle einer Abfindung wegen Entlassung aus dem Dienstverhältnis regelmäßig keinen "nächsten Lohnzahlungszeitraum" gibt, müsste der Arbeitgeber also danach die Beiträge aus eigener Tasche finanzieren.

Um zu klären, welche Arbeitslohnteile beitragspflichtig sind, ist dem Arbeitgeber in Zweifelsfällen dringend die Einholung einer Auskunft durch die Kammer zu empfehlen. Zu dieser ist die Kammer nach der "Amtlichen Bekanntmachung über die Einbehaltung, Anmeldung und Abführung der Beiträge zur Arbeitnehmerkammer im Lande Bremen ab 1.1.2019" verpflichtet.

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