Anerkennung von im Ausland ... / 8.6 Zahnarzt

Nichterteilung einer Approbation als Zahnärztin mangels Gleichwertigkeit des Studiums der Stomatologie in Smolensk (ehemalige Sowjetunion)

  • Nach einem Studium der Stomatologie am Staatlichen Institut für Medizin in Smolensk (ehemalige Sowjetunion) kann die Approbation in Deutschland nur nach einer Kenntnisprüfung erfolgen, denn diese Ausbildung ist einer deutschen Zahnarztausbildung nicht gleichwertig.
  • Die festgestellten Defizite können ganz oder teilweise durch Kenntnisse ausgeglichen werden, die die Klägerin im Rahmen ihrer zahnärztlichen Berufspraxis im Heimatland oder im Bundesgebiet (auch im Rahmen einer nur vorübergehenden Berufserlaubnis) erworben hat, sofern diese Zeiten zahnärztlicher Berufspraxis einen fachlichen Bezug zu den nicht abgedeckten Sachgebieten aufweisen.[1]

Approbation als Zahnärztin mit einer in der ehemaligen kirgisischen sozialistischen Sowjetrepublik absolvierten zahnärztlichen Ausbildung

  • Bezugspunkt der gemäß § 2 Abs. 3 Satz 2 ZHG i. V. m. § 2 Abs. 2 Sätze 2 bis 6 sowie 8 ZHG vorzunehmenden Gleichwertigkeitsprüfung ist die zahnärztliche Ausbildung, wie sie im Gesetz über die Zahnheilkunde (ZHG) und in der Approbationsordnung für Zahnärzte (ZÄApprO) geregelt ist (deutsche Referenzausbildung). Maßgebend ist der aktuelle Stand der deutschen Referenzausbildung.
  • Zur erforderlichen Quantifizierung der weder im Gesetz über die Zahnheilkunde noch in der Approbationsordnung für Zahnärzte festgelegten Stundenzahlen für die Wissensvermittlung in einzelnen Fächern ist auf den Ausbildungskatalog einer exemplarisch ausgewählten Hochschule im Bundesgebiet zurückzugreifen. Die Auswahl dieses Ausbildungskataloges obliegt zunächst der die Gleichwertigkeitsprüfung durchführenden Behörde, ohne dass sie von sich aus verpflichtet wäre, die Auswahl auf der Grundlage einer von Amts wegen durchgeführten Günstigerprüfung anhand der Ausbildungskataloge aller deutschen Hochschulen zu treffen. Weist der Antragsteller auf einen für ihn günstigeren Ausbildungskatalog einer deutschen Hochschule hin, ist die Gleichwertigkeitsprüfung anhand dieses Ausbildungskataloges vorzunehmen.
  • Die Kenntnis in einem Fach ist dann wesentliche Voraussetzung für die Ausübung des zahnärztlichen Berufs im Sinne von § 2 Abs. 3 Satz 2 ZHG i. V. m. § 2 Abs. 2 Satz 4 ZHG, wenn sie von den Mindestanforderungen an das Studium der Zahnmedizin umfasst ist.[2]
[1] OVG NRW, Beschluss v.29.5.2013, 13 E 1164/12.
[2] OVG Niedersachsen, Urteil v. 13.3.2014, 8 LB 73/13.

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