Altersrente (Grundsätze) / Sozialversicherung

1 Antragstellung/Rentenbeginn

Die Altersrente wird grundsätzlich nur auf Antrag gewährt. Der Antrag ist bei dem zuständigen Rentenversicherungsträger zu stellen. Er wird jedoch auch von allen anderen Leistungsträgern, Gemeinden und bei Personen, die sich im Ausland aufhalten, auch von den amtlichen Vertretungen der Bundesrepublik Deutschland im Ausland entgegengenommen und von dort anschließend an den zuständigen Rentenversicherungsträger weitergeleitet.

Durch den Rentenantrag wird der Rentenbeginn bestimmt. Wird der Antrag innerhalb von 3 Kalendermonaten, nachdem die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, gestellt, beginnt die Altersrente mit dem Monat, zu dessen Beginn die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind.

Wird der Rentenantrag erst nach Ablauf der 3 Kalendermonate gestellt, beginnt die Altersrente grundsätzlich am ersten Tag des Monats der Antragstellung. Fällt das Ende der Frist auf einen Samstag, Sonntag oder gesetzlichen Feiertag, endet sie erst mit dem folgenden Werktag.

 
Praxis-Beispiel

Rentenbeginn

Ein am 8.8.1954 geborener Versicherter erreicht die für ihn maßgebende Regelaltersgrenze mit 65 Jahren und 8 Monaten, also am 7.4.2020.

a) Rentenantrag auf Regelaltersrente am 11.5.2020

b) Rentenantrag auf Regelaltersrente am 3.8.2020

Die 3-Kalendermonatsfrist geht vom 1.5.2020 bis 31.7.2020. Im Fall a) ist der Rentenantrag rechtzeitig gestellt, die Rente beginnt somit am 1.5.2020. Im Fall b) ist der Rentenantrag nach Ablauf der 3-Kalendermonatsfrist gestellt, die Rente beginnt daher mit dem Antragsmonat am 1.8.2020.

Erst durch die Antragstellung wird das Verwaltungsverfahren bei dem Rentenversicherungsträger ausgelöst. Damit ein reibungsloser Übergang von der Erwerbstätigkeit in das Rentnerdasein möglich ist, sollte der Rentenantrag etwa 3 bis 4 Monate vor Erreichen des maßgeblichen Lebensalters gestellt werden.

Regelaltersrente von Amts wegen

Haben Versicherte bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder eine Erziehungsrente bezogen, ist – wenn Versicherte nichts anderes bestimmen – anschließend ab dem Folgemonat von Amts wegen eine Regelaltersrente zu leisten. Unabhängig davon ist es erforderlich, dass Versicherte bestimmte Vordrucke ausfüllen, damit die Regelaltersrente entsprechend dem aktuellen Recht zutreffend berechnet werden kann.

2 Anspruchsvoraussetzungen

Für einen Anspruch auf eine Altersrente müssen immer 2 Voraussetzungen erfüllt sein:

  • persönliche Voraussetzungen (z. B. ein bestimmtes Lebensalter wird vollendet oder Vorliegen einer Schwerbehinderung),
  • eine Mindestversicherungszeit wurde zurückgelegt.

Teilweise ist für den Anspruch auch vorausgesetzt, dass zusätzlich noch besondere versicherungsrechtliche Voraussetzungen vorliegen (z. B. eine gewisse Anzahl von Pflichtbeiträgen in einem bestimmten Zeitraum oder ab einem bestimmten Lebensalter).

Hinzuverdienstbeschränkungen bis zur Regelaltersgrenze

Zu einer Altersrente darf bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze nur in begrenztem Umfang hinzuverdient werden. Überschreitet der Hinzuverdienst aus einer Beschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit die kalenderjährliche Hinzuverdienstgrenze von 6.300 EUR, kann die Altersrente als Teilrente gezahlt werden. Die Höhe der (stufenlosen) Teilrente ergibt sich aus der Höhe des anzurechnenden Hinzuverdienstes. Ein Hinzuverdienst ist dann schädlich für den Rentenanspruch, wenn der auf die Rente anzurechnende Hinzuverdienst den Betrag der Vollrente erreicht.

 
Achtung

Höhere Hinzuverdienstgrenze im Jahr 2020

An die Stelle der kalenderjährlichen Hinzuverdienstgrenze von 6.300 EUR tritt im Jahr 2020 eine kalenderjährliche Hinzuverdienstgrenze von 44.590 EUR. Zur Anrechnung auf die Rente und somit zu einer Teilrente kommt es erst, wenn der Hinzuverdienst neben der Rente diesen Betrag überschreitet.

 
Praxis-Beispiel

Höhere Hinzuverdienstgrenze im Jahr 2020

Beginnt eine vorgezogene Altersrente z. B. am 1.5.2020, kann in den folgenden 8 Monaten im Jahr 2020 in Summe 44.590 EUR (brutto) neben der Rente hinzuverdient werden, ohne dass diese Rente gekürzt wird. Im folgenden Kalenderjahr 2021 soll wieder eine Hinzuverdienstgrenze von 6.300 EUR gelten.

3 Altersgrenzen/Rentenminderung

Altersrenten werden nur gezahlt, wenn die versicherte Person ein bestimmtes Lebensalter vollendet hat. Die höchste Altersgrenze ist die sog. Regelaltersgrenze. Sie ist das Lebensalter, das für einen Anspruch auf Regelaltersrente vollendet sein muss. Alle anderen Altersrenten können bereits nach Vollendung eines früheren Lebensalters in Anspruch genommen werden.

 
Hinweis

Vorzeitiger Rentenbezug

Ein vorzeitiger Rentenbeginn ist in der Regel möglich. Die Rente wird dann jedoch für jeden Monat, den sie vorzeitig in Anspruch genommen wird, um 0,3 % gemindert. Ausnahmen bestehen bei der Altersrente für schwerbehinderte Menschen und bei der Altersrente für besonders langjährig Versicherte, die jeweils bereits vor Erreichen der Regelaltersgrenze ab einem bestimmten Lebensalter ohne Rentenabschläge in Anspruch genommen werden können.

Die Rentenminderung bei einer vorzeitigen Inanspruchnahme wirkt sich auf ...

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