Allgemeines Gleichbehandlun... / 2.4.4 Merkmale "Geschlecht" und "sexuelle Identität"

Das Merkmal "Geschlecht" erfasst die objektive Geschlechtsidentität, d. h. die biologische Zuordnung zu einer Geschlechtsgruppe (männlich, weiblich, divers), nicht die sexuelle Ausrichtung. Ist das Geschlecht das maßgebliche Unterscheidungskriterium, liegt eine unmittelbare Diskriminierung vor. Die ungünstigere Behandlung einer Frau wegen Schwangerschaft oder Mutterschaft ist eine unmittelbare Benachteiligung wegen des Geschlechts. Gleiches gilt für eine ungünstigere Behandlung wegen einer Behandlung zur In-vitro-Fertilisation.

Vom Geschlecht zu unterscheiden ist die individuelle geschlechtliche Ausrichtung des Einzelnen, auch in Form seiner persönlichen Zuordnung zu den Geschlechtern. Diese fällt unter das gesondert geschützte Merkmal der "sexuellen Identität". Vom Merkmal der "sexuellen Identität" erfasst werden homosexuelle Männer und Frauen ebenso wie heterosexuelle, bisexuelle, transsexuelle oder zwischengeschlechtliche Menschen. In der durch das AGG umgesetzten EU-Richtlinie 2000/78/EG heißt es "sexuelle Ausrichtung". Der Begriff "sexuelle Identität" wird häufig auch synonym für "sexuelle Orientierung" verwendet.

 

Praxis-Beispiel

Diskriminierung wegen sexueller Identität

Die Anknüpfung bestimmter Leistungen des Arbeitgebers an das Bestehen einer Ehe (z. B. in der Hinterbliebenenversorgung) stellt eine Diskriminierung wegen der sexuellen Identität dar, wenn Zugehörige gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften von der Leistung ausgenommen sind.

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