Alkohol und Arbeit: Betrieb... / 3.4 Vernetzung interner und externer Hilfen

Generell ist eine Vernetzung betriebsinterner und externer Hilfsangebote sinnvoll. So sollten betriebliche Suchtpräventions- und -interventionsakteure ihr Handeln im Hinblick auf die Einschaltung möglicher externer Hilfsangebote koordinieren.

 

Praxis-Beispiel

Einbindung externer Hilfsangebote

Innerbetriebliche Akteure sollten externe Hilfsangebote kennen, die sie den Betroffenen bei Bedarf vermitteln können, und ggf. ihre Aktionen mit den externen Anbietern absprechen. So wird dem Betroffenen vermittelt, dass man sich sowohl im Betrieb, als auch in den entsprechenden externen Hilfsinstitutionen seiner Alkoholproblematik annimmt und ihm ein umfassendes Hilfsangebot macht.

3.4.1 Betriebsinterne Hilfsangebote

Neben den "klassischen" Anlaufstellen im Betrieb müssen fachlich qualifizierte Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Je nach Betriebsgröße können im Umfang und Intensität unterschiedliche Strukturen eingerichtet oder geeigneten Personen besondere Funktionen übertragen werden:

  • Beauftragte für Suchtfragen: Sie leiten und moderieren z. B. den Arbeitskreis "Sucht bzw. Gesundheit" oder eine Projektgruppe, um Maßnahmen zur Suchtprävention in den Betrieb zu integrieren und weiter zu entwickeln. Sie stellen Kontakte zu außerbetrieblichen Stellen her und sorgen für eine Vernetzung inner- und außerbetrieblicher Hilfen. Sie regen gemeinsam mit dem Weiterbildungsbeauftragten Personalentwicklungsmaßnahmen an, z. B. zur Förderung der sozialen Kompetenz im Betrieb.
  • Suchtkrankenhelfer: Sie leisten ihren Dienst nebenberuflich und sind selbst häufig "trockene" Betroffene. Für die Ausbildung von Suchtkrankenhelfern liegen Curricula vor, die etwa 120 Stunden Theorie und Praxis in Suchtberatungsstellen oder Fachkliniken umfassen.
  • Betriebliche Sozialberatung: In größeren Unternehmen sind häufig Sozialpädagogen, Sozialarbeiter oder Psychologen als betriebliche Sozialberater beschäftigt. Ihre Aufgabe ist es, Mitarbeiter und Führungskräfte in psychosozialen Fragen zu unterstützen. Im Bereich der Suchtprävention und Suchthilfe sind sie fachlich beratend und koordinierend tätig. Sie unterliegen dem Gebot der Schweigepflicht.

3.4.2 Externe Hilfsangebote

  • Ambulante Beratungs- und Behandlungsstellen: In jeder Stadt gibt es Beratungsstellen für Suchtfragen. Es ist möglich, bei vielen örtlichen Beratungsstellen anstelle einer stationären Behandlung eine ambulante Therapie durchzuführen. Ein weiteres Angebot: ambulante Nachsorge.
  • Entgiftungseinrichtungen: Vor der sog. Entwöhnungsbehandlung steht eine Entgiftung an. Darunter ist der abrupte Entzug von den Suchtmitteln zu verstehen. Da hier je nach Dauer und Grad des Suchtmittelmissbrauchs mit z. T. erheblichen Entzugserscheinungen zu rechnen ist, findet die Entgiftung i. d. R. im Rahmen eines stationären Aufenthalts in einer internistischen oder psychiatrischen Abteilung statt. Die Entgiftung dauert meist mehrere Tage.
  • Stationäre Therapieeinrichtungen/Fachkliniken für Suchtkranke: In speziellen Fachkliniken für Suchtkranke geht es darum, die Hintergründe des Suchtmittelmissbrauchs zu erkennen und neue Möglichkeiten der Lebens- und Problembewältigung zu erlernen.
  • Selbsthilfegruppen: Neben der Unterstützung der Nachsorge spielen Selbsthilfegruppen bei der Motivation und Vorbereitung auf eine ambulante oder stationäre Therapie eine große Rolle. Einem gewissen Prozentsatz von Abhängigkeitskranken gelingt es bisweilen sogar, ohne professionelle Hilfe und nur durch den regelmäßigen Besuch einer Selbsthilfegruppe abstinent zu werden.

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