Aktiv Personal gewinnen / 6.4 Persönliche Direktansprache auf Messen und anderswo

Neben der schriftlichen Kommunikation vermittelt ein persönliches Kennenlernen beiden Seiten einen noch besseren Eindruck vom jeweiligen Gegenüber. Je nach Zielgruppe bieten sich Messeauftritte an, darunter Berufsbildungsmessen, Hochschulmessen, Jobmessen und Fachmessen. Noch gezielter lernen sich Unternehmen und Kandidat bei sogenannten Job-Speeddatings kennen. Ein Bewerber hat hier in kurzen Sequenzen die Möglichkeit, Gespräche mit Vertretern verschiedener Unternehmen zu führen und anders herum. Beide Seiten können so unkompliziert ein prinzipielles Interesse im persönlichen Gespräch überprüfen. Diese Ansätze kann man in die virtuelle Welt übertragen. Bereits um die Jahrtausendwende gab es mit der Jobfair24 eine virtuelle Hochschulmesse, die sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Auch Arbeitgeberauftritte in second life war nur begrenzter Erfolg und Lebensdauer beschert. Vielleicht ergeht es neuen Anbietern wie Jobunication VR oder ubivent besser und fast 20 Jahre später ist die Zeit für virtuelle Recruitingmessen gekommen.

 
Praxis-Tipp

Aufwand nicht unterschätzen

Es gibt Jobmessen, die als Zielgruppe mehr die Young Professionals oder die Fach- und Führungskräfte haben. Die richtige Wahl hängt davon ab, welche Stellen im Unternehmen zu besetzen sind. Es kommt also darauf an, welches Ziel Sie verfolgen. Bedenken Sie bei Ihrer Planung, dass der Zeitaufwand für Jobmessen in der Vorbereitung und Durchführung sehr hoch ist. Aus Imagesicht können Sie sich als Unternehmen auf einem solchem Forum sehr gut präsentieren.

Die Ansprache kann in manchen Fällen auch direkt am Wirkungsort des Kandidaten angestrebt werden. Dazu ist dieser zunächst zu "sichten". Während das Talent Scouting im Profisport und auch bei den Spitzen der schaustellerischen und künstlerischen Berufswelt schon lange fester Bestandteil der Rekrutierungswege ist, ist das in anderen Bereichen nicht nur wenig verbreitet, sondern auch schwieriger. Auftritte sind meist nicht öffentlich, manchmal aber schon. So ist es heute keine Seltenheit, dass erfolgreiche Mitarbeiter in firmeneigenen oder auch externen Medien ihre Projekte präsentieren oder Vorträge halten. Eine Ansprache während der Arbeitszeit ist nur in engen Grenzen erlaubt[1], aber nach wie vor unüblich. Auch wenn meist Personalberatungen und Head-Hunter eingeschaltet werden, spricht grundsätzlich nichts dagegen.

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