Aktiv Personal gewinnen / 5 Stellenanzeige professionell gestalten und schalten

Der Platz im Internet ist nicht begrenzt, wie eine (teure) Spalte in einer bekannten Tageszeitung. Das verführt/e teilweise dazu, seitenlange Profile einfach online zu stellen. So gab es in der Vergangenheit die goldene Runkelrübe z. B. für eine Liste eines großen Telekommunikationsanbieters mit rund 40 Punkten, darunter 20 Aufgaben und noch einmal 20 Anforderungen (für die Leistungen war dagegen kein Platz mehr). Von langen Texten, am besten noch einseitig fordernd und mit internen Kürzeln gespickt, werden sich wenige angesprochen fühlen. Auf der anderen Seite stehen nichtssagende Jobtitel und Einzeiler, die noch weniger erfolgversprechend sind. Zur Erstellung professioneller Ausschreibungen dienen folgende Ingredienzien und Schritte der Erarbeitung.

Abb. 3: Basis für die professionelle Erstellung einer Anzeige

Während das Layout von einer Agentur oder dem hauseigenen Marketingbereich optimiert werden sollte, liegt der Fokus hier auf den Inhalten. Die 5 W haben sich als Faustformel bewährt und werden nachfolgend näher betrachtet.

Mit Blick auf Marketing und Wiedererkennungswert sollte auf ein einheitliches Layout geachtet werden, das sich am Corporate Design orientiert, ein Logo umfasst und in welchem der Unternehmensname sowie Position immer an der gleichen Stelle stehen. Im besten Fall wird dies durch einen Slogan sowie unternehmensspezifische Bilder ergänzt. Neben Aufmerksamkeit kann mit einem professionellen und konsistenten Auftritt Vertrauen generiert werden. Auch nicht zu kurz kommen sollten Freiflächen. Die Entscheidung, ob Farbe ins Spiel kommt (oder nicht), hängt neben dem Corporate Design auch vom Kanal der Ausschreibung ab.

Die richtige Bewerbergruppe soll angeregt werden, den Text interessiert und neugierig zu lesen. Allen anderen Lesern sollte die Anzeige aufgrund ihrer attraktiven Gestaltung positiv auffallen. Hier fungiert die Stellenausschreibung als Marketinginstrument. Vor diesem Hintergrund ist auch ein hoher Wiedererkennungswert für das Unternehmen wichtig.

5.1 Die 5 W einer Stellenanzeige

Die 5 W zur Formulierung einer Stellenanzeige sind in der folgenden Abbildung dargestellt.

Abb. 4: 5 Ws einer Stellenanzeige

  • Wir sind: Die Selbstdarstellung des Unternehmens gehört auch bei bekannten Organisationen dazu. Dabei kann man mit einer kleinen Anekdote zur Geschichte, Hervorhebung der Kernmerkmale des Employer Brands, Hinweise auf die Zukunftsstrategie und ähnlichem punkten.

     
    Praxis-Beispiel

    Ein gelungenes Beispiel von tesa[1]

    "Mit einem Klebefilm fing alles an. Heute entwickeln wir als eigenständiges Unternehmen selbstklebende Systemlösungen für Industrie, Handwerk, Büro und Haushalt. Wir unterstützen Endverbraucher, den Alltag kreativ zu gestalten und die Lebensqualität zu erhöhen. In der Automobil-, Papier- und Elektronikbranche optimieren wir in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden Fertigungsprozesse und Endprodukte. Als einer der weltweiten Marktführer wollen wir auch in Zukunft weiterwachsen. Und wie sieht Ihre Zukunft aus?"

  • Wir suchen: Bei der Stellenbeschreibung ist, neben den wesentlichen Aufgaben, die Positionsbezeichnung zentral. Such- und Jobsuchmaschinen – Job Crawler, Spider oder Robot genannt – sowie Jobbörsen filtern nach Positionsbezeichnungen und weiteren Schlagworten. Auch der Leser überfliegt den Titel, bevor er sich einer Stellenanzeige widmet. Witzige Titel, wie Animal und Code Monkey, sollten nur gewählt werden, wenn es zur Stelle und zum Unternehmen passt und Interessierte selbst bestätigen, dass sie genau nach diesen Begrifflichkeiten suchen.

     
    Hinweis

    Präzise Positionsbezeichnung

    Um den richtigen Bewerberkreis anzusprechen, soll die Stellenanzeige so präzise wie möglich formuliert werden, also z. B. nicht nur Softwareentwicklung ausgeschrieben werden, sondern auch die Programmiersprachen, Spezialisierung oder das Aufgabengebiet, für das neue Mitarbeitende gesucht werden.

  • Wir erwarten: Wie oben bereits erwähnt ist die konsequente Ableitung von Anforderungen auf Unternehmens- und Positionsebene wichtig, um sich auf die wesentlichen zu konzentrieren. Die Unterscheidung in fachlich, methodische und soziale Kompetenzen sowie Persönlichkeit hat sich bewährt. 1–3 Aspekte pro Feld lassen darauf schließen, dass die Position im Unternehmen gut aufgestellt und gut erfasst ist.
  • Wir bieten: Früher nicht üblich und auch heute nicht immer inkludiert sind Argumente, warum sich ein guter Kandidat genau bei diesem Unternehmen und auf diese Stelle bewerben soll. Verweise auf die Internetseite sind gut, die wichtigsten Leistungen des Unternehmens sollten zudem direkt Platz finden. Wichtig ist, dass keine Standards, sondern Besonderheiten angeführt werden und dass diese zielgruppenspezifisch ausgewählt sind. Während bei Professionals Familienfreundlichkeit und flexible Arbeitsformen im Mittelpunkt stehen, werden gegenüber Studierenden z. B. interne Entwicklungsangebote betont. In diese Kategorie gehören auch Hinweise auf eine gute Platzierung bei Arbeitgeberwettbewerben (topjob, great place to work, Bester Ausbildungsbetrieb un...

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