Aktienoptionen / 3 Finanzierung durch Entgeltumwandlung: Abweichende Beurteilung zum Steuerrecht

Unterschiedliche Auswirkungen auf das Steuer- und Beitragsrecht in der Sozialversicherung hat das "Gesetz zur Umsetzung steuerlicher EU-Vorgaben sowie zur Änderung steuerlicher Vorschriften" vom 8.4.2010. Die Arbeitnehmer erhalten hierdurch die Möglichkeit, Mitarbeiterkapitalbeteiligungen (z. B. Stock Options) steuerfrei bis zu 360 EUR im Kalenderjahr durch Entgeltumwandlung zu finanzieren. Entgeltumwandlungsfälle sind grundsätzlich nicht beitragsfrei in der Sozialversicherung. Nur zusätzlich zu Löhnen und Gehältern gewährte lohnsteuerfreie Zuwendungen des Arbeitgebers zählen nicht zum Arbeitsentgelt nach § 14 SGB IV.

 

Praxis-Beispiel

Beitragsberechnung aus Aktienüberlassung

Ein Arbeitgeber überlässt seinem Arbeitnehmer als freiwillige zusätzliche Leistung – also nicht als Ersatz oder anstelle von tariflich oder arbeitsvertraglich zustehendem Lohn – 15 Aktien, aktueller Kurswert 40 EUR.

Der geldwerte Vorteil beträgt 600 EUR (15 x 40 EUR). Nach Abzug des Freibetrags von 360 EUR verbleibt ein beitragspflichtiges Arbeitsentgelt in Höhe von 240 EUR.

Die zusätzliche Zahlung ist allein beitragsrechtlich in der Sozialversicherung gefordert – nicht aber für das Steuerrecht. Die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung vertreten in diesen Fällen die Auffassung, dass ein Entgeltverzicht bzw. eine Entgeltumwandlung doch zur Beitragsfreiheit der daraus resultierenden Arbeitgeberleistung führen kann. Voraussetzung ist dabei, dass der Entgeltverzicht

  • ernsthaft gewollt,
  • auf künftig fällig werdende Arbeitsentgeltbestandteile gerichtet und
  • arbeitsrechtlich zulässig

ist.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.


Meistgelesene beiträge