Agile Arbeitsräume in Coron... / 2 Wie New Work den Arbeitsschutz unterstützt

Bis ein entsprechendes Mittel gegen das Virus gefunden ist, stellt die Gestaltung der Arbeitsräumlichkeiten in Betrieben eine Herausforderung für Unternehmen dar. Hier gilt es jetzt die oben genannten Anforderungen an den Arbeitsschutz möglichst so umzusetzen, dass dieser nicht nur die Gesundheit der Mitarbeiter schützt, sondern sich sogar positiv auf die Arbeitsaufgabe und die Zusammenarbeit auswirken kann. Eine Herausforderung, die es für alle Büroarbeitsplätze zu meistern gilt. Corona erfordert eine Umgewöhnung der bisherigen Arbeitsplatzbelegung. Denn mit der gewohnten Besetzung wird sich in den wohl meisten Räumen der Abstand nicht wahren lassen. Zumindest nicht, wenn wirklich alle Mitarbeitende gleichzeitig im Büro sind.

2.1 Trainiert im Umgang mit Homeoffice und mobiler Arbeit

Für Unternehmen, die New Work leben und agil arbeiten, kann es sogar einfacher sein, diesen Herausforderungen zu begegnen. Gerade bei New Work ist ein wesentliches Merkmal, dass Arbeit unter anderem im Homeoffice oder mobil erbracht wird. Neue Arbeitsformen wie Homeoffice und mobile Arbeit ermöglichen es gerade, Mitarbeitende zu beschäftigen, ohne dass diese zwingend in räumlicher Nähe mit ihrem Kollegen oder mit Kunden zusammenarbeiten müssen. New Work stellt daher – aus einer Perspektive des betrieblichen Gesundheitsmanagements gedacht – eine konkrete Möglichkeit dieser Prävention da. Gleichzeitig sind diese Mitarbeiter schon an verschiedene flexible Arbeitsorte gewöhnt und können sich daher schneller auf wechselnden Anforderungen an Arbeitsorte einstellen. Dies kann sich positiv auf die Zusammenarbeit und auch die Performance auswirken.

2.2 Offene Bürokonzepte erleichtern die Abstandswahrung

Für alle Bürokonzepte müssen Unternehmen nunmehr prüfen, wie sich die gebotenen Abstands- und Hygienevorgaben umsetzen lassen. Das gilt für Zweier-, Dreier- oder Viererbüros genauso wie für großräumige Büroflächen wie bei Open-Space-Offices.

In agilen Unternehmen lösen sich fest zugeordnete Arbeitsplätze oft auf und es wird Desksharing gelebt. Für die konzentrierte Arbeit oder das ungestörte Telefonieren gibt es dann häufig kleine Thinktanks-Bereiche, Telefon- oder Kommunikationsecken oder auch Entspannungsräume.[1]

Offene, flexible Raumkonzepte können in dieser Situation sogar Vorteile für Arbeitgeber bieten, die gebotene Abstandswahrung einzuhalten: Die hier oftmals eingesetzten beweglichen Tische oder auch Sitzmöbel lassen sich viel leichter in einem großen Raum mit dem gebotenen Abstand aufteilen als dies in einem eher begrenzten Zweier-, Dreier- oder Viererbüro der Fall ist.

Beim Desksharing ist darauf zu achten, dass die Arbeitsplätze nach jeder Benutzung regelgerecht desinfiziert werden. Wie in normalen Büroräumen bedarf es hier eines Hygiene- und Reinigungskonzeptes. Das persönliche und ständige Arbeitsmittel, wie z. B. Laptops, Tastaturen, Maus und Headsets im persönlichen Besitz des Mitarbeiters bleiben und von ihm immer wieder mitgenommen werden, ergibt sich bereits aus dem Sinn und Zweck des Desksharings, sich einen Arbeitsplatz mit Kollegen zu teilen. Gerade für Mitarbeitende, die Desksharing leben, wird diese Anforderung nicht neu sein. Dagegen empfiehlt es sich jetzt durch die erhöhten Anforderungen an den Arbeitsschutz, auch beim Desksharing feste Arbeitsplätze Mitarbeitern zu zuordnen. So wird der Kreis, der sich einen Arbeitsplatz teilt, weitestgehend klein und personengleich gehalten, was wiederum ein Infektionsrisiko minimieren kann.

2.3 Agile Erlebniswelten fördern Beziehungen und damit psychische Gesundheit

Unternehmen, die agil und im Kontext von New Work arbeiten, entwickeln oft auch eine neue Gestaltung von Arbeitsräumen und Arbeitsplätzen, um damit neue Arbeitsformen besonders zu unterstützen. Büroarbeitsplätze werden zu "Erlebniswelten". Insbesondere bei Wissensarbeitern haben viele Unternehmen im Rahmen von New Work vor Corona einiges dafür getan, damit Arbeitsräume nicht mehr nur als ein Ort der reinen "Leistungserbringung", sondern auch des Wohlfühlens und der Beziehungsgestaltung gesehen werden. Die Grenzen zwischen privaten und beruflichen Kontakten vermischen sich dadurch vermehrt. Bei allen stehen die Förderung einer vernetzten, flexiblen Zusammenarbeit, der soziale Kontakt und die Interaktion miteinander im Vordergrund. Nicht zuletzt ist der Arbeitsplatz der Zukunft auch ein wichtiges Mittel im Kampf um alte und junge Talente. Das gilt für große wie kleine Unternehmen.[1]

Und das gilt genauso in Coronazeiten. Bei offenen Raumkonzepten, bekommen alle mehr voneinander mit und das ist unabhängig davon, ob Mitarbeitende in geringerer Besetzung anwesend sind als vor Corona. Durch das gemeinsame Sehen und Erleben in einem Raum können Beziehungen der Beschäftigten – auch bei Abstandswahrung – einfacher miteinander gefördert und unterstützt werden. Und wie wichtig der persönliche Kontakt für das persönliche Wohlbefinden und damit auch die psychische Gesundheit sein kann, haben die Erfahrungen im Lockdown gezeigt.

2.4 Transparenz und Vernetzung fördert Leistung

Durch eine transparente, offene ...

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