Ein Großteil der vom Arbeitgeber zu veranlassenden Maßnahmen sind durch die Personalabteilung/Personalleiter/Kaufmännischen Leiter o. ä. zu erledigen. Da sie als Führungskraft jedoch quasi als "verlängerter Arm" des Arbeitgebers bzw. der Geschäftsleitung fungieren, wird ihr Verhalten gegenüber den nachgeordneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rechtlich dem Arbeitgeber zugerechnet. Führungskräfte sind bei der Ausübung ihrer arbeitsvertraglichen Tätigkeiten Erfüllungsgehilfen des Arbeitgebers[1]. Daher kommt ihrem Verhalten, ihren Strategien und Praktiken besondere Bedeutung zu; Fehler bzw. Versäumnisse können teuer werden.

Vorgesetzte spielen eine extrem wichtige Rolle im Umgang mit Benachteiligungen und Belästigungen: von der Prävention über das Erkennen bis zur Bekämpfung von Diskriminierung. Deshalb sollten Führungskräfte

  • gut über das AGG Bescheid wissen,
  • umfassend zum Thema und zu ihren Verantwortlichkeiten geschult werden – und zwar zeitlich vor ihren Mitarbeitern, damit sie bei Fragen als "Experte" bereit stehen,
  • ihr Wissen weitergeben und
  • die Schaffung bzw. Aufrechterhaltung eines diskriminierungsfreien[2] Arbeitsumfelds zu ihrer persönlichen Aufgabe machen.

Die Personalabteilung wird möglichst alle betrieblichen Prozesse überprüfen und die bisher geübte Praxis an den neuen gesetzlichen Anforderungen messen müssen. Idealerweise in Form eines lückenlosen Abgleichs der personalrelevanten Aktivitäten von der Personalgewinnung (insbesondere Stellenausschreibung) über die Einstellung, die Ausgestaltung und Bedingungen des laufenden Arbeitsverhältnisses (z. B. Vertragsbedingungen und beruflicher Aufstieg) bis zur Beendigung einschließlich etwaiger Regelungen für BetriebsrentnerInnen. Natürlich sind Führungskräfte an einigen dieser Prozesse beteiligt bzw. führen diese aus. Zwar ist die Arbeitsteilung in jedem Unternehmen unterschiedlich, es lassen sich aber bestimmte "klassische" Tätigkeiten identifizieren, die häufig von Führungskräften ausgeführt werden. Diese sind in der folgenden Checkliste zusammengetragen.

[2] Diskriminierungsfrei bedeutet: keine Benachteiligung aufgrund der durch das AGG normierten 8 Gründe.

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