ABC der Werbungskosten / Währungskursverlust

Literatur: Malke, FR 1994, 457; Watrin/Riegler, FR 2015, 1049

Währungskursverluste sind Vermögensverluste und daher keine Werbungskosten.[1]  Währungsverluste entstehen nicht als Entgelt für die Überlassung des Kapitals, sind also keine Schuldzinsen. Der Währungsverlust wird nicht durch eine Einkunftsart veranlasst, fällt daher in den Privatbereich.[2]  Von dem Fall einer verlorenen Anzahlung im Insolvenzverfahren eines Bauunternehmers unterscheiden sich Währungsverluste dadurch, dass die Vorauszahlungen zu abschreibbaren Herstellungskosten geführt hätten, also dem Grunde nach Werbungskosten sind.[3]  Entsprechendes gilt für den Wertverlust sonstiger Forderungen.

Es ist aber zu berücksichtigen, dass Währungskursverluste als Gegenstand der steuerlichen Bemessungsgrundlage einzubeziehen sind (§ 20 Abs. 4 EStG).

[1] Aufnahme eines beruflich veranlassten Darlehens in Fremdwährung; vgl. FG Nürnberg v. 5.6.1985, V 261/79, EFG 1985, 600; FG Baden-Württemberg v. 5.6.1984, K 419/83, EFG 1985, 600; FG München v. 18.6.1991, 16 K 4505/88, EFG 1992, 66.
[2] BFH v. 9.11.1993, IX R 81/90, BStBl II 1994, 289; maßgebend für die Entscheidung war auch, dass Währungsgewinne nicht in eine Einkunftsart fallen würden; BFH v. 22.9.2005, IX R 44/03, BFH/NV 2006, 279 für aufgrund eines gestiegenen Wechselkurses geleisteten Aufwendungen wie Sondertilgungen; BFH v. 4.3.2016, IX B 85/15, BFH/NV 2017, 287 für Kursverluste bei Fremdwährungsdarlehen.

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