Literatur: Warnke, DStR 1998, 1073; Sagmeister, DStR 2011, 1589; Welzer, NWB 2018, 3451; Schießl, NWB 2017, 1644; Schießl, jM 2015, 298

Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften werden nach § 22 Nr. 2 EStG, § 23 EStG steuerlich erfasst. Werbungskosten zu diesen Einkünften sind alle durch das Veräußerungsgeschäft veranlassten Aufwendungen. Es sind dies alle Ausgaben, die ohne die Veräußerung des Gegenstands nicht entstanden wären. Werbungskosten sind daher Veräußerungs- und Beratungskosten.[1] Allerdings ist zu berücksichtigen, dass nur insoweit Werbungskosten vorliegen, als diese Aufwendungen nicht als Betriebsausgaben oder Werbungskosten einer anderen Einkunftsart zuzuordnen sind, da die Einkunftsart nach § 23 Abs. 2 EStG gegenüber anderen Einkunftsarten subsidiär ist.[2] Aufwendungen (z. B. Notar- und Gerichtskosten), die anfallen, weil der Stpfl. sein vermietetes Grundstück veräußern will, sind nicht als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abziehbar und können auch nicht bei den privaten Veräußerungsgeschäften berücksichtigt werden, wenn das Grundstück zwar innerhalb der maßgebenden Veräußerungsfrist hätte veräußert werden sollen, es aber – aus welchen Gründen auch immer – nicht zu der Veräußerung kommt.[3] Schuldzinsen können daher nur dann als Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften angesetzt werden, wenn das Wirtschaftsgut (Grundstück) zwischen Erwerb und Veräußerung nicht für eine andere Einkunftsart (Vermietung und Verpachtung) genutzt worden ist. Ebenfalls nicht angesetzt werden können die Schuldzinsen, wenn das Wirtschaftsgut in dieser Zeit privat genutzt worden ist, da dann die Schuldzinsen mit der privaten Nutzung zusammenhängen und schon begrifflich keine Werbungskosten sind.[4]

Vgl. auch § 23 EStG Rz. 147.

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