ABC der Werbungskosten / Führerschein

Aufwendungen zum Erwerb des Führerscheins sind grundsätzlich Lebensführungskosten, da Autofahren in der bestehenden Gesellschaft eine der üblichen Kulturtechniken ist, deren Beherrschung auch außerhalb der beruflichen Sphäre üblich ist. Das gilt auch dann, wenn der Führerschein tatsächlich überwiegend beruflich genutzt wird.[1] Zwar hat die neue Rspr. des BFH seine vorherige Rspr. aufgegeben (Rz. 20ff.), die in § 12 Nr. 1 EStG ein generelles Aufteilungs- und Abzugsverbot sah, jedoch ist m. E. hier eine Aufteilung wegen der engen Vermischung von privater und beruflicher Veranlassung weiterhin nicht möglich.[2] Aufwendungen für den Erwerb des Führerscheins sind nur dann Werbungskosten, wenn ein privater Bezug nahezu ausgeschlossen ist, die Verwendung dieser Kenntnisse in der Privatsphäre praktisch also nicht zu erwarten und unüblich ist. Das ist etwa der Fall bei dem Führerschein zum Fahren von Lkw[3], sowie Aufwendungen für Zusatzprüfungen, die zur Ausübung eines Berufs (z. B. Taxifahrer) notwendig sind.[4] Zu Unrecht halten die FG [5] Aufwand für einen Führerschein Klasse III für Werbungskosten, wenn kein privates Auto vorhanden ist; ebenso für einen Fall, wo der Führerschein Voraussetzung für die Anstellung war; der Führerschein gehört aber auch dann (auch) zur Lebensführung, wenn von den erworbenen Fähigkeiten gegenwärtig privat kein Gebrauch gemacht wird.[6]

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