ABC der Werbungskosten / Einbürgerung/Aufenthaltstitel

Kosten der Einbürgerung sind keine Werbungskosten. Einbürgerung bewirkt eine Änderung des persönlichen (staatsbürgerlichen) Status und hat daher einen sehr starken Bezug zu der Privatsphäre, sodass § 12 Nr. 1 EStG den Abzug als Werbungskosten ausschließt.[1]  Das gilt auch dann, wenn der Einbürgerungsantrag eindeutig dem Zweck dient, im Inland eine stpfl. Tätigkeit aufnehmen zu können.[2]  Die mit dieser Maßnahme verbundenen persönlichen Wirkungen sind derart mit den beruflichen Motiven verbunden, dass eine sachgerechte Aufteilung nicht möglich ist bzw. sie sind so stark, dass sie die beruflichen Anteile stark überwiegen. M. E. ist daher eine Aufteilung nach den Grundsätzen der gemischten Aufwendungen nicht möglich, vgl. Rz. 20ff.

Kosten für den Aufenthaltstitel "Blaue Karte EU" sind Werbungskosten. Deren Erwerb erfolgt nahezu ausschließlich aus beruflicher Veranlassung; ein möglicher hinzutretender "privater" Vorteil aus der Aufenthaltserlaubnis tritt in den Hintergrund.[3]

[1] FG Baden-Württemberg v. 15.6.1982, III 186/80, EFG 1983, 163.
[2] BFH v. 18.5.1984, VI R 130/80, BStBl II 1984, 588; BFH v. 31.1.1985, IV S 3184, BFH/NV 1986, 150; a. A. FG Düsseldorf v. 21.4.1980, VIII 321/76 E, EFG 1980, 494.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge