ABC der Werbungskosten / Ausbildung

Bestimmte Ausbildungsgänge sind dadurch gekennzeichnet, dass die Ausbildung an mehreren Ausbildungsstätten vorzunehmen ist und daher der Ort der Arbeitsleistung häufig wechselt (z. B. Referendarausbildung). In diesen Fällen besteht keine einheitliche regelmäßige Arbeitsstätte; insbesondere ist die für die Aufsicht über die Ausbildung zuständige Stelle nicht die regelmäßige Arbeitsstätte des Auszubildenden.

Die Rspr. geht davon aus, dass der Auszubildende an verschiedenen Arbeitsorten tätig wird, ohne sich wegen der Kurzzeitigkeit der jeweiligen Tätigkeit hierauf einstellen zu können. Es liege also die Situation vor, die typisch für die Einsatzwechseltätigkeit sei. Der häufige Wechsel sei auch typisch für die Berufsausbildung; ob er für den angestrebten Beruf typisch sei, sei unbeachtlich. Mehrkosten sind daher nach den Grundsätzen der Einsatzwechseltätigkeit abzurechnen (vgl. "Einsatzwechseltätigkeit"). Es entsteht dann auch nach Ablauf einer 3-Monats-Frist keine ständige Arbeitsstätte.

Erfolgt die Ausbildung kurzzeitig an anderen Orten (Berufsschule, Arbeitsgemeinschaften, Lehrgang), wird man aus diesen Grundsätzen, wonach keine ständige Arbeitsstätte vorliegt, schließen müssen, dass auch diese Mehrkosten nach den Grundsätzen der Einsatzwechseltätigkeit abzugelten sind. Dienstreise liegt mangels einer ständigen Arbeitsstätte nicht vor.

Eine ständige Arbeitsstätte entsteht auch dann nicht, wenn sich die Aus- oder Fortbildungsmaßnahme über längere Zeit hinzieht.  Fahrkosten sind auch in diesem Fall uneingeschränkt abziehbar.

Besteht im Rahmen der Ausbildung eine ständige Arbeitsstätte und wird der Stpfl. kurzfristig an anderen Orten tätig (z. B. Lehrgänge), gelten die Grundsätze über vorübergehende Auswärtstätigkeit.

Zum Begriff der Arbeitsstätte für die Wegeaufwendungen zwischen Wohnung und Arbeitsstätte vgl. Rz. 122.

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