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22.05.2013 | Serie Steuerfolgen bei Zuzahlungen zum Dienstwagen

Zuzahlungen zu den Anschaffungskosten bei der 1-Prozent-Methode

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Statussymbol Dienstwagen: mehr als nur Fortbewegungsmittel
Bild: Haufe Online Redaktion

Zuzahlungen des Arbeitnehmers zu den Anschaffungskosten des Firmenwagens bei der 1-%-Methode dürfen nicht nur im Jahr der Zahlung auf den geldwerten Vorteil angerechnet werden, sondern auch in den Folgejahren.

Nach bisheriger Besteuerungspraxis konnten Zuzahlungen des Arbeitnehmers zum Kaufpreis bei der 1-%-Methode ausschließlich im Jahr der Zahlung steuermindernd angerechnet werden (vgl. BFH, Urteil vom 23.10.1992, VI R 1/92, BStBl 1993 II S. 195). Obergrenze war damit die Höhe des geldwerten Vorteils, der sich für die Firmenwagenüberlassung in diesem Jahr errechnete.

In einem weiteren Urteil ist der BFH von dieser Rechtsauffassung abgewichen (vgl. BFH, Urteil vom 18.10.2007, VI R 59/06, BStBl 2008 S. 264); danach dürfen Zuzahlungen des Arbeitnehmers - anders als nach der bisherigen Rechtssystematik - zu keiner Kürzung des lohnsteuerlichen geldwerten Vorteils führen, sondern sind beim Arbeitnehmer auf die Nutzungsjahre verteilt als Werbungskosten zu berücksichtigen. Wichtig: Die Entscheidung wird von der Finanzverwaltung nicht angewendet.

Anrechnung der Zuzahlung auch in Folgejahren möglich

Stattdessen dürfen Zuzahlungen des Arbeitnehmers zu den Anschaffungskosten des Firmenwagens bei der 1-%-Methode nicht nur im Jahr der Zahlung, sondern auch in den Folgejahren solange auf den geldwerten Vorteil angerechnet werden, bis der Zuzahlungsbetrag aufgebraucht ist (vgl. BMF, Schreiben vom 6.2.2009, IV C 5 - S 2334/08/10003, BStBl 2009 I S. 413). Danach kürzen Sonderzahlungen des Arbeitnehmers ab dem Zahlungsjahr und in den folgenden Jahren solange den geldwerten Vorteil aus der Firmenwagenüberlassung, bis die Zuzahlung aufgebraucht ist. 

Kürzung des Bruttolistenpreises unzulässig

Es ist nicht zulässig, den maßgeblichen Bruttolistenpreis um den Arbeitnehmerzuschuss zu kürzen und damit die Berechnungsgrundlage für den geldwerten Vorteil zu verringern. Dies gilt gleichermaßen für einen gebraucht erworbenen Pkw.

Praxishinweis: Aufgrund der geänderten Verwaltungsauffassung ist es nicht (mehr) erforderlich, die Zuzahlung zu den Anschaffungskosten ratierlich auf mehrere Kalenderjahre zu verteilen, um Nachteile bei der Anrechnung zu vermeiden.

Praxisbeispiel

Anrechnung von Zuzahlungen bei der 1-%-Methode

Ein Arbeitnehmer erhält ab Dezember 01 einen Firmenwagen auch zur privaten Nutzung; der geldwerte Vorteil wird nach der 1-%-Regelung ermittelt. Der Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung des Pkw beträgt 45.000 EUR. Noch zu berücksichtigen sind die Listenpreise für die enthaltene Sonderausstattung sowie das Autoradio von insgesamt 5.000 EUR, für die der Arbeitnehmer eine Zuzahlung in gleicher Höhe leistet. Die Entfernung Wohnung - Arbeitsstätte des Arbeitnehmers beträgt 10 km.

Der geldwerte Vorteil für die private Nutzung im Dezember 01 berechnet sich wie folgt: 

1 % von 50.000 EUR für Dezember

(= Bruttolistenpreis 45.000 EUR + Sonderausstattung und Autoradio 5.000 EUR)

500 EUR

Zuschlag für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte

(0,03 % × 50.000 EUR × 10 km)

150 EUR

Gesamter Sachbezug Firmenwagen für Dezember 01

650 EUR

./. Anteil Sonderzahlung

650 EUR

Steuerpflichtiger Sachbezug Firmenwagen

0 EUR

Für das gesamte Jahr 02 errechnet sich ein geldwerter Vorteil für den Firmenwagen von 7.800 EUR (= 650 EUR x 12 Monate). Hiervon kann die im Jahr 01 noch nicht "verbrauchte" Zuzahlung i. H. v. 4.350 EUR (= 5.000 EUR ./. 650 EUR) in Abzug gebracht werden. Der steuerpflichtige Sachbezug "Firmenwagen Jahr 02" verringert sich dadurch auf 3.450 EUR (= 7.800 EUR ./. 4.350 EUR). Nach bisheriger Besteuerungspraxis wäre der im Dezember 01 nicht anrechenbare Betrag ohne steuerliche Auswirkung geblieben.

Zuzahlung, Anschaffungskosten, Dienstwagen, Kfz-Privatnutzung

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