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08.05.2013 | Serie Steuerfolgen bei Zuzahlungen zum Dienstwagen

Zuzahlungen im Rahmen der Fahrtenbuchmethode

Serienelemente
Mit dem Fahrtenbuch fahren Sie günstiger
Bild: Michael Bamberger

Erfolgt die Besteuerung der Privatnutzung nach der Fahrtenbuchmethode, ist der geldwerte Vorteil für die Privatfahrten und ggf. für die Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte mit den auf diese Fahrten entfallenden anteiligen Gesamtkosten anzusetzen.

Der Bundesfinanzhof (BFH) rechnet in diesen Fällen die vom Arbeitnehmer selbstgetragenen Aufwendungen (z. B. Treibstoffkosten) den Gesamtkosten des Fahrzeugs zu. Es erfolgt - gemäß obigem Grundsatz - keine Minderung des geldwerten Vorteils. Allerdings erlaubt der BFH einen Werbungskostenabzug in der Steuererklärung des Mitarbeiters.

Finanzverwaltung ist anderer Ansicht

Die Finanzverwaltung folgt dieser Auffassung nicht. Nach ihrer Meinung gehören die vom Mitarbeiter selbstgetragenen Kosten nicht mehr zu den Gesamtkosten des Fahrzeugs. Im Gegenzug erübrigt sich auch ein Werbungskostenabzug.

Beispiel

Die vom Arbeitgeber für den überlassenen Firmenwagen getragenen Gesamtkosten betragen 10.000 EUR, die vom Mitarbeiter selbst getragenen Benzinkosten 2.000 EUR. Das Fahrzeug wird zu 20 % privat und zu 80 % für beruflich veranlasste Auswärtstätigkeiten genutzt. Der geldwerte Vorteil soll nach der Fahrtenbuchmethode ermittelt werden.

Ergebnis: Nach Auffassung der Finanzverwaltung gilt folgende Lösung:

  • Gesamtkosten = 10.000 EUR
  • Geldwerter Vorteil = 2.000 EUR (10.000 EUR x 20 %) 

Hinweis: Nach der BFH-Rechtsprechung lägen die Gesamtkosten bei 12.000 EUR und der geldwerte Vorteil bei 2.400 EUR.

Durch die Auffassung der Verwaltung vermindert sich demnach die Höhe des als Arbeitslohn anzusetzenden geldwerten Vorteils; dies hat vor allem bei den Sozialversicherungsbeiträge Vorteile. Bei der Einkommen-/Lohnsteuer werden die Unterschiede beider Methoden über den Werbungskostenabzug (weitgehend) wieder ausgeglichen.

Anwendung: Der Verwaltungserlass gilt ab sofort für alle offenen Fälle.

Fahrtenbuch, Arbeitnehmer, Zuzahlung, Kfz-Privatnutzung, Dienstwagen

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