22.10.2015 | Serie Nettolohnoptimierung durch Entgeltumwandlung

Zuschüsse ohne Zusätzlichkeitserfordernis

Serienelemente
Gehaltsbestandteile können unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei oder pauschal besteuert umgewandelt werden.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Wegen des Zusätzlichkeitskriteriums kommen manche Steuerbegünstigungen nicht für alle Arbeitgeber und Mitarbeiter in Betracht. Auch durch ein Anpacken der Arbeitsverträge gelingt das nur bei manchen Fällen. Es gibt aber auch eine ganze Reihe unproblematischer Möglichkeiten.

Bei einigen Gehaltsextras hängt die Steuerbegünstigung nicht davon ab, dass die Leistungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbaren beispielsweise, dass auf ein bestimmten, künftigen Barlohnbetrag verzichtet wird und zugunsten der leihweisen Überlassung eines PCs, eines Notebooks, Handys oder Smartphones verwendet wird.

Zuschüsse ohne Zusätzlichkeitserfordernis

Als weitere Vergütungsbestandteile ohne Zusätzlichkeitserfordernis kommen zum Beispiel in Betracht:

  • Zahlung von steuerfreiem Verpflegungsmehraufwand auf Dienstreisen, im Inland in Höhe von 12 bzw. 24 EUR je nach Abwesenheit (§ 3 Nr. 16 EStG)
  • steuerfreie Überlassung betrieblicher Datenverarbeitungs- und Telekommunikationsgeräte (Handy, Computer etc.) auch oder nur zur Privatnutzung sowie deren Zubehör und Software (§ 3 Nr. 45 EStG)
  • steuerfreie Barablösungen für (nachgewiesene) Reinigungskosten für vom Arbeitgeber gestellte typische Berufskleidung (§ 3 Nr. 50 EStG)
  • steuerfreie Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschläge, Zuschläge zur Rufbereitschaft (§ 3b EStG)
  • nach der 1%-Regelung oder mit Fahrtenbuch zu bewertende Firmenwagengestellung zur privaten Nutzung (§ 8 Abs. 2 Sätze 2 - 5 EStG, R 8.1 Abs. 9 LStR 2015)
  • steuerfreie Warengutscheine im Rahmen der monatlichen 44-EUR-Freigrenze (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG)
  • Rabattfreibetrag von 1.080 EUR jährlich für Waren und Dienstleistungen aus der Produktpalette des Arbeitgebers (§ 8 Abs. 3 EStG, R 8.2 LStR 2015)
  • Sachbezug: Bewertung für Barzuschüsse in Form von z.B. Restaurantschecks für unentgeltlich oder verbilligt abgegebene Mahlzeiten (R 8.1 Abs. 7 Nr. 4 LStR 2015)
  • Pauschalierung von unentgeltlich oder verbilligt abgegebenen arbeitstäglichen Mahlzeiten mit einem Steuersatz von 25 % (§ 40 Abs. 2 Nr. 1 EStG)
  • Pauschalierung von Erholungsbeihilfen mit einem Steuersatz von 25 % bis zu 156 EUR für den Mitarbeiter, 104 EUR für den Ehegatten und 52 EUR für jedes Kind jährlich (§ 40 Abs. 2 Nr. 3 EStG).

Durch die Umwandlung entstehen je nach neuem Vergütungsbestandteil entweder steuerfreie oder pauschal zu besteuernde Lohnbestandteile.

Ungekürzter Arbeitslohn als Bemessungsgrundlage

Die Entgeltumwandlung wird in diesen Fällen auch anerkannt, wenn der bisherige ungekürzte Arbeitslohn weiterhin Bemessungsgrundlage für künftige Erhöhungen des Arbeitslohns oder anderer Arbeitgeberleistungen (z.B. Weihnachtsgeld) ist, die Gehaltsminderung zeitlich begrenzt oder vereinbart wird, dass der Mitarbeiter oder Arbeitgeber sie einseitig ändern kann. Entscheidend ist lediglich, dass gemäß der vorgelegten Verträge im Vorhinein auf künftig fälligen Arbeitslohn verzichtet wird.

Schlagworte zum Thema:  Entgeltumwandlung, Reisekosten, Zuschuss, Gehaltsumwandlung, Steuerfreie Zuwendungen

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