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| Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz

Zusatzbeitrag ab Januar 2015 - aber nicht für alle

Rechnen für den Zusatzbeitrag? Für einige Personenkreise gilt jedoch ein durchschnittlicher Satz.
Bild: Haufe Online Redaktion

Ist der Finanzbedarf einer Krankenkasse ab 1. Januar 2015 durch die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht gedeckt, hat die Krankenkasse per Satzung einen kassenindividuellen einkommensabhängigen Zusatzbeitragssatz festzulegen. Dieser gilt aber nicht für alle Arbeitnehmer.

Beim neuen Zusatzbeitrag ab Januar 2015 haben Unternehmen auf einige Besonderheiten zu achten.

Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz maßgebend

Für einige Personenkreise gilt nämlich nicht der Zusatzbeitrag der zuständigen Krankenkassen, sondern der durchschnittliche Zusatzbeitrag. Die voraussichtliche Bekanntgabe des  Wertes erfolgt im November 2014. Insbesondere gilt dieser bei den sog. Geringverdienern. Der Arbeitgeber trägt bei Auszubildenden mit einem Arbeitsentgelt bis 325 EUR den Krankenversicherungsbeitrag (14,6%) und den durchschnittlichen Zusatzbeitrag allein. Zu beachten ist: Der durchschnittliche Zusatzbeitrag ist hierbei auch in Monaten, in denen die Geringverdienergrenze durch eine Einmalzahlung überschritten wird, zu berücksichtigen.

Weitere Personenkreise, bei denen der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz erhoben wird,  sind Teilnehmer an Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben oder Personen, die in Einrichtungen der Jugendhilfe für eine Erwerbstätigkeit befähigt werden sollen.

Frauen im Mutterschutz vom Zusatzbeitrag befreit

Der Zusatzbeitrag ist originärer Bestandteil des Krankenversicherungsbeitrags. Daher sind Arbeitnehmerinnen bei Erhalt bestimmter Leistungen von der Zahlungspflicht ausgenommen. Nämlich dann, wenn Beitragsfreiheit kraft Gesetztes besteht. Dies ist der Fall bei Bezug von Mutterschafts-, Elterngeld oder für die Dauer der Elternzeit. Wird  Krankengeld von einer Krankenkasse gezahlt, gilt eine analoge Anwendung.

Was ist der Arbeitnehmeranteil?

Im Zusammenhang mit dem Zusatzbeitrag kommt immer wieder die Frage auf, wie der Arbeitnehmeranteil zu definieren ist. Der Arbeitnehmeranteil setzt sich wie folgt zusammen: 7,3% aus dem hälftigen allgemeinen Beitragssatz und ggf. ein einkommensabhängiger Zusatzbeitrag.

Im Beitragsnachweis gesondert ausweisen

Auf Grundlage des monatlichen Arbeitsentgelts werden die Beträge ermittelt und direkt durch den Arbeitgeber vom Lohn bzw. Gehalt einbehalten. Der Zusatzbeitrag ist durch den Arbeitgeber im Beitragsnachweis-Datensatz gesondert aufzuführen. Grund hierfür ist die gegenüber dem Gesundheitsfonds bestehende Nachweispflicht. Gesonderte Positionen sind jeweils für die krankenversicherungspflichtigen und freiwillig krankenversicherten Arbeitnehmer zu berücksichtigen.

Ob der Zusatzbeitrag in der Lohnabrechnung des Arbeitnehmers gesondert aufgeführt wird oder in einer Summe mit dem Beitrag zur Krankenversicherung ist noch offen.

Neuregelungen Kompakt

Der GKV-Spitzenverband hat mit Rundschreiben vom 19.06.14 die wesentlichen Neuregelungen des GKV-Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungsgesetz (GKV-FQWG) zusammengefasst. Hier können zahlreiche Änderungen im Versicherungs-, Melde- und Beitragsrecht der Sozialversicherung zum 1.1.15 entnommen werden.

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Haufe Online Redaktion

Zusatzbeitrag, Geringverdiener, Mutterschutz

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