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20.11.2014 | Serie Weihnachtsgeld

Wie werden Beiträge aus Weihnachtsgeld berechnet?

Serienelemente
Das Weihnachtsgeld wird selten voll ausgezahlt.
Bild: Haufe Online Redaktion

Ab Mitte Oktober wird in vielen deutschen Firmen Weihnachtsgeld gezahlt - sehr zur Freude der Arbeitnehmer. Arbeitgeber haben weniger Freude daran, denn die Beitragsberechnung zur Sozialversicherung erfolgt aus Weihnachtsgeld anders, als bei laufendem Entgelt.

Prozentual werden Niedrig- und Höherverdienende gleichermaßen belastet. Denn die Sozialversicherungsbeiträge werden grundsätzlich nur bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) berechnet. Die BBG der Kranken- und Pflegeversicherung beträgt im Jahr 2014 monatlich 4.050 EUR, die BBG der Renten- und Arbeitslosenversicherung monatlich max. 5.950 EUR. Für das Weihnachtsgeld gilt die Besonderheit, dass dieses als Einmalzahlung bewertet und abgerechnet wird.

Zahlen Höherverdienende Beiträge vom Weihnachtsgeld?

Erzielt ein Höherverdienender Entgelt in Höhe der BBG oder sogar darüber hinaus, werden aus seinem Weihnachtsgeld keine Beiträge berechnet. Das Entgelt muss dann allerdings im Jahr 2014 mindestens 5.950 EUR pro Monat betragen. Hinsichtlich der Sozialversicherungsbeiträge gibt es in diesem Fall keine Abzüge aus dem Weihnachtsgeld. Aber: Monatlich werden aus dem Entgelt Beiträge bis zu den oben genannten Grenzen der BBG berechnet (in der Kranken- und Pflegeversicherung aus 4.050 EUR pro Monat und in der Renten- und Arbeitslosenversicherung aus 5.950 EUR pro Monat).

Beiträge aus dem Weihnachtsgeld bei Entgelten unterhalb der BBG

Ist das Entgelt zwar hoch, aber geringer als die monatlichen BBG, werden aus dem Weihnachtsgeld Beiträge berechnet. Dazu wird das bisher beitragspflichtige Entgelt der jeweils anteiligen BBG gegenübergestellt. Aus der Differenz erfolgt die Beitragsberechnung.

Beispiel: Monatliches Entgelt 3.900 EUR, Weihnachtsgeld im November 2014 in Höhe von 3.900 EUR.

Bisher beitragspflichtiges Entgelt: 11 x 3.900 EUR = 42.900 EUR

Anteilige BBG KV/PV: 4.050 EUR x 11 = 44.550 EUR

Anteilige BBG RV/ALV: 5.950 EUR x 11 = 65.450 EUR

Beiträge aus dem Weihnachtsgeld: KV/PV – 44.550 EUR – 42.900 EUR = 1.650 EUR

RV/ALV – 65.450 EUR – 42.900 EUR = 22.550 EUR

Lösung: In der KV/PV werden Beiträge aus dem monatlichen Entgelt und 1.650 EUR des Weihnachtsgeldes berechnet, zur RV/ALV aus dem Entgelt und dem vollen Weihnachtsgeld. Während die Differenz zwischen dem bisher beitragspflichtigen Entgelt und der anteiligen BBG in der Kranken- und Pflegeversicherung nur 1.650 EUR betrug, fällt die Differenz in der Renten- und Arbeitslosenversicherung höher aus, als der Betrag des Weihnachtsgeldes. Deshalb können hier auch Beiträge aus der vollen Einmalzahlung berechnet werden.

Volle Beitragspflicht aus dem Weihnachtsgeld

Sofern das Entgelt zusammen mit dem Weihnachtsgeld die monatlichen BBG nicht überschreitet, wird die Einmalzahlung vollständig zur Beitragsberechnung herangezogen.

Beispiel: Monatliches Entgelt 1.200 EUR, Weihnachtsgeld im November 2014 in Höhe von 1.200 EUR

Ergebnis: Das monatliche Entgelt und das Weihnachtsgeld überschreiten zusammen weder die BBG in der KV/PV, noch die der RV/ALV. Eine Ermittlung der Differenz zwischen dem bisher beitragspflichtigen Entgelt zur anteiligen BBG ist daher von vornherein überflüssig. Die Beitragsberechnung erfolgt vollständig aus dem Entgelt und dem Weihnachtsgeld (= 2.400 EUR).

In diesem Fall werden zwar aus dem vollen Weihnachtsgeld Beiträge berechnet. Letztlich wird - unabhängig vom Entgelt - grundsätzlich aber der gleiche Beitragssatz angesetzt. Eine Begrenzung der Beitragsberechnung bilden die Beitragsbemessungsgrenzen.

Haufe Online Redaktion

Weihnachtsgeld, Einmalzahlung, Beitragsbemessungsgrenze, Beitragsberechnung

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