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Weihnachtsspezial: Wie Sie die SV-Beiträge beim Weihnachtsgeld berechnen

Wenn das Weihnachtsgeld ausgezahlt wird, wissen Entgeltabrechner, dass in vielen Fällen davon netto nicht viel bei den Mitarbeitern ankommt. Ein Teil, der abgezogen wird, sind die Sozialversicherungsbeiträge. Auf welche Besonderheiten Sie bei der Entgeltabrechnung des Weihnachtsgelds achten müssen, zeigt Ihnen der nachfolgende Beitrag.

 

Welche Besonderheiten gelten bei Einmalzahlungen?

Für die beitragsrechtliche Berücksichtigung von Einmalzahlungen in der Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung gelten einheitliche Regelungen (§ 23a SGB IV).

Einmalzahlungen stellen im SV-Recht eine Ausnahme dar: Im Gegensatz zum laufenden Arbeitsentgelt wird einmalig gezahltes Arbeitsentgelt erst dann beitragspflichtig, wenn es tatsächlich ausgezahlt wird („Zuflussprinzip“).

 

1. Zuordnung zu einem Entgeltabrechnungszeitraum

Aus der beitragsrechtlichen Situation des Entgeltabrechnungszeitraums, dem die Einmalzahlung zugeordnet wird, ergibt sich, ob und in welchem Umfang die Einmalzahlung der Beitragspflicht unterliegt. Der Monat der Zuordnung bestimmt,

  • zu welchem der Versicherungszweige aus der Einmalzahlung Beiträge zu zahlen sind,
  • welcher Beitragssatz in den einzelnen Versicherungszweigen für die Beitragsberechnung heranzuziehen ist,
  • welche Zeiträume und Arbeitsentgelte für die Ermittlung der anteiligen Jahresbeitragsbemessungsgrenze heranzuziehen sind.

Im Regelfall ist die Einmalzahlung dem Entgeltabrechnungszeitraum zuzuordnen, in dem sie gezahlt wird (§ 23a Abs. 1 Satz 3 SGB IV). Das gilt bei nicht ruhenden Arbeitsverhältnissen sogar dann, wenn an keinem Tag dieses Monats laufendes Arbeitsentgelt bezogen wird und demzufolge an keinem Tag Beitragspflicht besteht - z. B. erkrankten Mitarbeitern außerhalb der Entgeltfortzahlung.

Weihnachtsgeld zählt sozialversicherungsrechtlich zu den Einmalzahlungen und deshalb fallen daraus grundsätzlich immer Sozialversicherungsbeiträge an. Da Einmalzahlungen Bezüge sind, die nicht zum laufenden Arbeitsentgelt gehören und die nicht für die Arbeit in einem einzelnen Entgeltabrechnungszeitraum gezahlt wurden gelten Besonderheiten gegenüber dem monatlich ausgezahlten Arbeitsentgelt:

Beispiel: Zuordnung der Einmalzahlung während des Bezugs von Krankengeld
Arbeitsentgelt1.1. - 15.4.2010
Krankengeld6.4. - 31.12.2010
Zahlung des Weihnachtsgelds1.12.2010
ZuordnungDezember 2010

 

2. Ruhendes oder beendetes Beschäftigungsverhältnis

Einmalzahlungen, die nach Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses gezahlt werden, sind dem letzten Entgeltabrechnungszeitraum des laufenden Kalenderjahrs zuzuordnen, in dem sie gezahlt werden, wenn in diesem Kalenderjahr das Beschäftigungsverhältnis bestanden hat.

 

Beispiel: Zuordnung zum letzten Monat der Beschäftigung

Beispiel: Zuordnung zum letzten Monat der Beschäftigung
Arbeitsentgelt1.1. - 30.4.2010
Ende der Beschäftigung30.4.2010
Einmalzahlungen (Urlaubsabgeltung)7.7.2010
ZuordnungApril 2010

 

Einmalzahlungen sind insoweit nur einem Entgeltabrechnungszeitraum bei demselben Arbeitgeber zuzuordnen. Die Zuordnungsregelungen gelten auch, wenn das Beschäftigungsverhältnis ruht, z. B. wegen eines unbezahlten Urlaubs, bei Wehr- und Zivildienst, auch in Fällen der Arbeitsbummelei, des Streiks oder der Aussperrung.

 

3. Wann fallen keine Beiträge aus Einmalzahlungen an?

Wird die Einmalzahlung jedoch

  • in dem auf das Ende des Beschäftigungsverhältnisses folgenden Kalenderjahr nach dem 31.3. gezahlt oder
  • trotz Weiterbestehens des Beschäftigungsverhältnisses in einem Kalenderjahr gezahlt, in dem kein Entgeltabrechnungszeitraum vorhanden ist (z. B. bei Wehr- und Zivildienst),

sind aus der Einmalzahlung (z. B. Weihnachtsgeld) gar keine Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen.

4. Einmalzahlungen mit Auszahlung von Januar bis März

Für Einmalzahlungen, die in der Zeit vom 1.1. bis 31.3. eines Jahrs gezahlt werden, gelten unter bestimmten Umständen Besonderheiten. Sie sind bei Vorliegen bestimmter Konstellationen - also durchaus nicht immer - dem letzten Entgeltabrechnungszeitraum des vergangenen Kalenderjahres, in der Regel dem Dezember des Vorjahres zuzuordnen (Anwendung der „Märzklausel“).

In solchen Fällen gelten die Beitragssätze, Beitragsbemessungsgrenzen und das bisher beitragspflichtige Arbeitsentgelt des Vorjahres für die Beitragsberechnung aus der Einmalzahlung.

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