24.03.2016 | Steuerbefreiung

Vereinfachungen bei der betrieblichen Gesundheitsförderung

Betriebliche Gesundheitsförderung gehört heute zum Standard guter Personalarbeit.
Bild: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung www.deinruecken.de

Bei den steuerfreien Maßnahmen zur Gesundheitsförderung sind Änderungen im Sozialrecht zu berücksichtigen, die zu einer Verringerung des Prüfungsaufwands führen.

Für zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachte Leistungen des Arbeitgebers zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands und zur betrieblichen Gesundheitsförderung, wird eine Steuerbefreiung in Höhe von bis zu 500 Euro jährlich gewährt. Der Arbeitgeber soll seinen Beschäftigten Maßnahmen auf der Grundlage der gesundheitsfachlichen Bewertungen der Krankenkassen anbieten. Hierzu gehören z. B. Massagen, Rückenkonzepte, Förderung der psychosozialen Belastung und Stressbewältigung am Arbeitsplatz sowie Einschränkung des Suchtmittelkonsums (Raucherentwöhnung).

Präventionsgesetz zur betrieblichen Gesundheitsförderung 

Zur sachlichen Eingrenzung der Steuerbefreiung wird Bezug auf die Vorschriften des Fünften Sozialgesetzbuchs genommen. Mit dem neuen Präventionsgesetz (Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention vom 17.7.2015; BGBl 2015 I S. 1368) wurde die betriebliche Gesundheitsförderung von § 20a nach § 20b SGB V verschoben. Eine redaktionelle Änderung der steuerlichen Vorschrift (§ 3 Nr. 34 EStG) ist erforderlich, aber bisher nicht erfolgt.

Vereinfachungen bei der Prüfung 

Dennoch ergibt sich im tatsächlichen Ablauf eine deutliche Vereinfachung. Mit der Einführung eines für alle Krankenkassen einheitlichen Zertifizierungsverfahrens nach § 20 Absatz 5 Satz 1 SGB V und § 20b Absatz 1 Satz 2 SGB V entfallen die bislang erfolgenden Mehrfachprüfungen der Vereinbarkeit von Leistungen mit den im so genannten „Leitfaden Prävention“ festgelegten Qualitätskriterien (im Internet unter www.gkv-spitzenverband.de veröffentlicht). Zertifizierte Präventionsangebote erfüllen automatisch die qualitativen Anforderungen des Steuerfreibetrags nach § 3 Nummer 34 EStG, so dass insoweit die bislang erforderliche Einzelfallprüfung durch die Finanzämter entfällt.

Tipp: Unter die Steuerbefreiung fallen auch Barzuschüsse des Arbeitgebers an seine Mitarbeiter für extern durchgeführte Maßnahmen.

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Schlagworte zum Thema:  Steuerbefreiung, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Betriebliche Gesundheitsförderung

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