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| Mitarbeiterkapitalbeteiligung

Verbilligung stets als Arbeitslohn zu versteuern

Die verbilligte Beteiligung am Arbeitgeberunternehmen muss versteuert werden.
Bild: M. Schuppich - Fotolia

Der geldwerte Vorteil aus dem verbilligten Erwerb einer Beteiligung am Arbeitgeberunternehmen ist Arbeitslohn. Dies gilt nach einem neuen Urteil auch, wenn die Beteiligung im Hinblick auf eine spätere Beschäftigung als Geschäftsführer gewährt wird.

Der verbilligte Erwerb einer Beteiligung am Unternehmen des Arbeitgebers kann nach der Rechtsprechung zu Arbeitslohn führen, wenn der Vorteil hieraus dem Arbeitnehmer für seine Arbeitsleistung gewährt wird (vgl. zuletzt Bundesfinanzhof, Urteil vom 7. Mai 2014, Aktenzeichen VI R 73/12). In Betracht kommt zum Beispiel der Erwerb von GmbH-Anteilen oder auch Aktien am Arbeitgeberunternehmen.

Besonderheit: Wenn es sich um eine sogenannte Drittzuwendung handelt

Im aktuellen Urteilsfall war jedoch erneut streitig, ob die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem tatsächlichen Wert von GmbH-Anteilen als Arbeitslohn zu versteuern ist. Der Fall wies die Besonderheit auf, dass der unstreitig verbilligte Erwerb der GmbH-Anteile zu einem Zeitpunkt erfolgt war, zu dem der Kläger noch nicht Arbeitnehmer der GmbH war. Die Zuwendung erfolgte zudem nicht durch den Arbeitgeber, sondern von einem Dritten, dem bisherigen Anteilseigner.

Klägermeinung: Vorteil stellt gewerbliche Einkünfte dar

Die GmbH schilderte dazu, dass die Übertragung der Anteile erfolgt sei, um den Kläger langfristig als Mitarbeiter der Gesellschaft zu gewinnen und an das Unternehmen zu binden. Im Hinblick darauf behandelte das Finanzamt den zugeflossenen Vorteil als nachträgliche gewerbliche Einkünfte für die bisherige Tätigkeit des Klägers als selbstständiger Kommunikations- und Motivationstrainer. Haken an dieser Behandlung war insbesondere die daraus resultierende Zusatzbelastung mit Gewerbesteuer.

Bundesfinanzhof urteilt: Vorteil ist "vorgezogener" Arbeitslohn

Nach übereinstimmender Auffassung des Finanzgerichts und nun auch des Bundesfinanzhofs handelt es sich um – eine Art vorgezogenen – Arbeitslohn. Die Gerichte haben die verbilligte Beteiligung als Vorabvergütung für künftige der GmbH zu leistende Dienste gewürdigt.

Quelle: Bundesfinanzhof, Beschluss vom 26. Juni 2014, Aktenzeichen VI R 94/13

Tipp: Steuerliche Förderung der Mitarbeiterbeteiligung

Für die Überlassung von Mitarbeiterbeteiligungen am Unternehmen des Arbeitgebers wird ein steuer- und abgabenfreier Höchstbetrag in Höhe von 360 Euro jährlich gewährt (vgl. Paragraf 3 Nummer 39 Einkommensteuergesetz).

Als Voraussetzung für die Steuerfreiheit muss die Beteiligung aber mindestens allen Mitarbeitern offenstehen, die im Zeitpunkt der Bekanntgabe des Angebots ein Jahr oder länger ununterbrochen in einem gegenwärtigen Dienstverhältnis zum Unternehmen stehen.

Haufe Online Redaktion

Arbeitslohn, Gesellschafter-Geschäftsführer, Geldwerter Vorteil

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