| Elternzeit und Einmalzahlung

Urlaubsgeld während der Elternzeit

In der Elternzeit werden nicht zwingend Beiträge aus dem Urlaubsgeld berechnet.
Bild: Haufe Online Redaktion

Erhalten Arbeitnehmer während der Elternzeit eine Sonderzahlung, zum Beispiel Urlaubsgeld, kann diese Zahlung beitragspflichtig oder beitragsfrei sein. Entscheidend ist dabei, ob und in welchem Rahmen die Erwerbstätigkeit während der Elternzeit weiterhin ausgeübt wird.

Der Arbeitnehmer darf während der Elternzeit nicht mehr als 30 Wochenstunden im Durchschnitt des Monats erwerbstätig sein. Erfolgt aus diesem Grund eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit, liegt weiterhin eine versicherungspflichtige Beschäftigung vor. Etwas anderes gilt nur, wenn dadurch das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt die Grenze von 450 EUR nicht mehr übersteigt. Dann gelten die versicherungsrechtlichen Regelungen für einen Minijob.

Beitragspflicht bei Erwerbstätigkeit

Wird während der Elternzeit weiterhin eine versicherungspflichtige Beschäftigung ausgeübt, wird das Urlaubsgeld für die Beitragsberechnung dem Auszahlungsmonat zugeordnet. Für diesen Auszahlungsmonat gelten die "normalen" Regelungen für die Beitragsberechnung bei Einmalzahlungen.
Besonderheiten gelten, wenn der Arbeitnehmer aus Anlass der Elternzeit beim gleichen Arbeitgeber von einer versicherungspflichtigen in eine geringfügige Beschäftigung wechselt. Dann ist das Urlaubsgeld zunächst danach zu bewerten, aus welchem der versicherungsrechtlich unterschiedlich zu beurteilenden Beschäftigungsabschnitte der Anspruch auf die Einmalzahlung entstanden ist. Besteht der Anspruch aus beiden Beschäftigungsabschnitten, ist bei der Beitragsberechnung sogar eine Aufteilung vorzunehmen.

Beispiel: Der Arbeitnehmer übt seit Jahren eine versicherungspflichtige Beschäftigung aus (Beitragsgruppe 1111). Mit Beginn der Elternzeit am 1. Juni 2016 übt er nur noch eine geringfügige Beschäftigung aus (Beitragsgruppe 6500). Im August 2016 wird ein Urlaubsgeld gezahlt.

Lösung:

- Liegen die Anspruchsvoraussetzungen für das Urlaubsgeld ausschließlich im versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis, ist das Urlaubsgeld dem Monat Mai 2016 zuzuordnen. Für die Berechnung der Beiträge sind die Monat Mai geltenden Beitragsgruppen (1111) maßgebend.

- Liegen die Anspruchsvoraussetzungen für das Urlaubsgeld ausschließlich im geringfügigen Beschäftigungsverhältnis, erfolgt die Zuordnung zum Monat August 2016. Für die Berechnung der Beiträge sind die Beitragsgruppen 6500 maßgebend.

- Liegen die Anspruchsvoraussetzungen für das Urlaubsgeld sowohl in der versicherungspflichtigen als auch im Zeitraum der geringfügigen Beschäftigung, so ist das Urlaubsgeld auf beide Zeiträume aufzuteilen. 

 Beispiel: Wie oben. Das im August 2016 ausgezahlte Urlaubsgeld beträgt 1.590 Euro. Der Anspruch ist in Höhe von 1.500 Euro aus der versicherungspflichtigen Beschäftigung und in Höhe von 90 Euro seit dem 1. Juni 2016 entstanden.

Lösung: 1.500 Euro sind als einmalig gezahltes Arbeitsentgelt dem Mai 2016 zuzuordnen und dort mit der Beitragsgruppe 1111 zu verbeitragen. 90 Euro werden im August 2016 mit der Beitragsgruppe 6500 verbeitragt.

Elternzeit ohne Erwerbstätigkeit

Wird während der Elternzeit keine Erwerbstätigkeit ausgeübt, gilt für die Zuordnung: Das Urlaubsgeld wird dem Monat des letzten Entgeltabrechnungszeitraums zugeordnet. Dabei ist jeweils Voraussetzung, dass der letzte Entgeltabrechnungszeitraum im selben Kalenderjahr liegt; andernfalls bleibt das Urlaubsgeld beitragsfrei.

Beispiel: Die Arbeitnehmerin ist seit Dezember 2015 in Elternzeit. Das Urlaubsgeld wird im Juni 2016 ausgezahlt.

Lösung: Da im Kalenderjahr 2016 noch keine Sozialversicherungstage zu berücksichtigen waren, bleibt das Urlaubsgeld im Ergebnis beitragsfrei.

In diesen Artikeln geht es ebenfalls um Urlaub:

Besondere Beitragsberechnung bei unbezahltem Urlaub

Unbezahlter Urlaub: Versicherung und Meldungen

Schlagworte zum Thema:  Urlaubsgeld, Einmalzahlung, Elternzeit

Aktuell

Meistgelesen