05.12.2012 | Serie Jahreswechsel 2012/2013

Umlageversicherung: Stimmt der Erstattungssatz für die Entgeltfortzahlung?

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Bild: Haufe Online Redaktion

Zum Jahresende stehen traditionell viele Aufgaben in der Entgeltabrechnung an. Dabei wird gerne übersehen, dass einiges in der Umlageversicherung zu tun ist. Die Wahl eines nicht rentablen Erstattungssatzes kann richtig Geld kosten. Weitere Informationen können Sie in unserer Serie zum Jahreswechsel 2012/2013 nachlesen. Hier finden Sie alle Neuregelungen auf einen Blick zusammengefasst.

Die Krankenkassen können durch Satzungsbestimmung den Umfang der Erstattung im U1-Verfahren beschränken und verschiedene Erstattungssätze vorsehen. Diese dürfen 40 % nicht unterschreiten. Der höchstmögliche Erstattungstarif beträgt 80 % des fortgezahlten Entgelts. Die Höhe der zur Finanzierung des jeweiligen Tarifs erforderlichen Umlage wird ebenfalls in den Kassensatzungen regelt. Dabei ist der Umlagesatz entsprechend niedriger, wenn ein geringerer Betrag erstattet wird.

 

Ist der bestehende Tarif wirtschaftlich?

Daher sollten Arbeitgeber sich nicht einfach mit dem jeweiligen Standardtarif bei der Erstattung einverstanden zeigen. Der kann nämlich von jeder Krankenkasse in der Satzung geregelt werden. Unternimmt der Arbeitgeber nichts, wird er automatisch in diesen Standardtarif eingeordnet. Es ist zu empfehlen, im Rahmen einer vergangenheitsbezogenen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung Erkenntnisse über den Nutzungsgrad der Umlageversicherung im Betrieb zu gewinnen. Prognostiziert man den bisherigen Verlauf in die Zukunft, ist das zwar mit Unsicherheiten behaftet, kann aber zumindest bei einer Richtungsentscheidung helfen. So sind Rückschlüsse für die Wahl eines möglicherweise abweichenden zukünftigen Erstattungssatzes möglich.

 

Der Erstattungssatz gilt für alle versicherten Arbeitnehmer der Kasse 

Dabei ist zu beachten, dass der vom Arbeitgeber gewählte Erstattungssatz immer für alle Arbeitnehmer gilt, die bei der jeweiligen Krankenkasse versichert sind. Sofern eine Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse nicht besteht, ist die Einzugsstelle zuständig,  die die Beiträge zur Rentenversicherung und/oder zur Arbeitslosenversicherung einzieht.

 

Vorsicht bei automatischen Verlängerungen

Wichtig: Der Wechsel zwischen verschiedenen Erstattungssätzen ist ebenfalls in der jeweiligen Kassensatzung geregelt. Um umständliche Korrekturen und Rückrechnungen zu vermeiden, ist eine frühzeitig zu Jahresbeginn durchgeführte Entscheidung immer hilfreich. Vorsicht ist auch anzuraten bei automatischen Verlängerungen. Die meisten Kassensatzungen sehen vor, dass der vom Arbeitgeber gewählte Tarif zunächst für die Dauer des Kalenderjahres gilt. Wenn nicht innerhalb einer in der Satzung genau bestimmten Frist eine andere Entscheidung getroffen wird, verlängert sich der gewählte Erstattungssatz immer wieder für das folgende Kalenderjahr. Es liegt also am Arbeitgeber, ob und wie häufig er seinen gewählten Erstattungssatz auf den Prüfstand stellt.

 

Änderung in der Zahl der Mitarbeiter

Bei Unternehmen mit um die 30 Arbeitnehmern steht außerdem die Überprüfung an, ob der Betrieb überhaupt weiter am Umlageverfahren teilnimmt. Denn die Teilnahme am U1-Verfahren gilt ebenfalls jeweils für ein Kalenderjahr. Auch sie verlängert sich automatisch um ein weiteres Kalenderjahr, wenn keine relevanten Änderungen bezüglich der Anzahl der Mitarbeiter eingetreten ist.

Schlagworte zum Thema:  Umlageverfahren, Satzung, Krankenkasse, Jahreswechsel, ELStAM, Sozialversicherungswerte, Lohnsteueranmeldung, Reisekosten, Lohnsteuer, Sozialversicherung, Entgeltabrechnung, Sachbezugswerte, Minijob

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